BVG plant Abschied von Fahrscheinautomaten – Digitale Lösungen kommen
BVG plant Abschied von Fahrscheinautomaten

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) planen einen grundlegenden Wandel beim Ticketverkauf. Klassische Fahrscheinautomaten, die Münzen, Scheine und Papiertickets ausgeben, könnten in den kommenden Jahren aus dem Stadtbild verschwinden. Stattdessen setzt das Unternehmen auf digitale Lösungen wie kontaktloses Bezahlen per Karte oder Smartphone.

Abschied von Automaten: Senatorin bestätigt Pläne

Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) kündigte gegenüber der „Berliner Zeitung“ an: „In einigen Jahren wird es in Berlin keine Fahrscheinautomaten mehr geben.“ Die BVG arbeite bereits an einer neuen Generation von Vertriebssystemen. Dabei sollen sogenannte Validatoren eine zentrale Rolle spielen. Diese kleinen Geräte können nicht nur Fahrscheine kontrollieren, sondern auch den Ticketkauf ermöglichen. Fahrgäste könnten dann ihre Bank- oder Kreditkarte an das Gerät halten und die Fahrberechtigung digital in einer Cloud hinterlegen lassen – ein Papierfahrschein würde nicht mehr ausgegeben.

Moderne Technik für einfacheren Ticketkauf

BVG-Vertriebschef Michael Beer beschrieb die geplante Umstellung auf der Plattform LinkedIn als Schritt hin zu einem moderneren Ticketsystem. „Nach mehr als 30 Jahren wird die bestehende Technik in Fahrzeugen und Stationen schrittweise durch eine neue Generation digitaler Vertriebssysteme ersetzt“, schrieb Beer. Ziel sei es, den Ticketkauf „einfacher, digitaler und komfortabler“ zu machen. Künftig könnten Fahrscheine „schnell, papierlos und intuitiv“ erworben werden.

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Der Aufsichtsrat des kommunalen Verkehrsunternehmens hat die Strategie nach Angaben der „Berliner Zeitung“ bereits unterstützt. Demnach gehe es nicht darum, die bisherigen Automaten lediglich durch neue Geräte zu ersetzen, sondern um einen grundlegenden Wechsel beim Vertrieb.

Gründe für den Wandel: Kosten und Nachfrage

Die Gründe für die Abkehr von den Automaten sind vielfältig: Klassische Automaten sind teuer in der Wartung, anfällig für Vandalismus und verursachen zusätzliche Kosten durch die Bargeldabwicklung. Bereits in den Bussen hat die BVG die Zahlung mit Münzen und Scheinen abgeschafft. Auch die Nachfrage nach herkömmlichen Tickets sinkt. „Der Ticketkauf erfolgt inzwischen überwiegend digital oder über Abonnements wie das Deutschlandticket“, sagte BVG-Sprecherin Franziska Ellrich gegenüber der Zeitung.

Besonders deutlich zeigt sich der Rückgang bei Straßenbahnen: Im ersten Halbjahr 2026 wurden dort im Durchschnitt nur noch rund sechs Tickets pro Fahrzeug und Tag verkauft. Aus diesem Grund verfügen die neuen 51 Meter langen Straßenbahnen vom Typ Alstom Urbanliner nicht mehr über Ticketautomaten. „Kein Verkauf von Tickets in dieser Tram!“ steht dort neben den Türen.

Kritik vom Fahrgastverband IGEB

Die Digitalisierung stößt jedoch nicht überall auf Zustimmung. Der Berliner Fahrgastverband IGEB sieht die Entwicklung kritisch und warnt davor, Menschen ohne digitale Zahlungsmöglichkeiten oder ohne Smartphone auszuschließen. Die BVG verweist dagegen darauf, dass alternative Verkaufswege bestehen bleiben. Entlang der Linie M4 sei das stationäre Vertriebsangebot ausgebaut worden. „Die Zahl der Verkaufsstellen wurde dort um rund 70 Prozent erhöht“, sagte Sprecherin Ellrich.

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