Erneute Messerstechereien in Berlin – Forderung nach härteren Strafen
Am vergangenen Wochenende erschütterten erneut mehrere Messerstechereien Berlin. Der neue CDU-Spitzenkandidat Olle Evers fordert deshalb strengere Strafen für alle, die mit einer Stichwaffe erwischt werden. „Die Täter müssen spüren, dass der Rechtsstaat konsequent durchgreift“, so Evers. Er spricht sich auch für eine Verschärfung der Waffengesetze aus, insbesondere für die Einrichtung von sogenannten Waffenverbotszonen.
Kasupke: „Das Problem ist das Erwischtwerden“
Kolumnist Kasupke widerspricht dieser Forderung in seiner aktuellen Kolumne. „Höhere Strafen nützen nichts, wenn die Täter nicht gefasst werden“, schreibt er. „Das Erwischtwerden ist ja genau das Problem. Ohne mehr Polizei und Kontrollen werden diese Typen immer wieder davonkommen.“ Kasupke verweist auf die niedrige Aufklärungsquote bei Messerdelikten. Nach Angaben der Berliner Polizei liegt die Quote bei Straßenraub mit Messern bei unter 30 Prozent. „Da hilft auch keine höhere Strafe oder eine Verbotszone“, so Kasupke weiter.
Polizeigewerkschaft: Mehr Personal und Kontrollen erforderlich
Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) unterstützt Kasupkes Einschätzung. „Ohne eine deutliche Aufstockung des Personals und mehr verdachtsunabhängige Kontrollen werden wir die Messergewalt nicht in den Griff bekommen“, sagte ein Sprecher. Die Gewerkschaft verweist auf den Personalmangel bei der Berliner Polizei, der zu weniger Präsenz auf der Straße führe. „Die Politik muss endlich handeln, statt symbolische Strafverschärfungen zu fordern“, so der Sprecher.
Statistik: Zahl der Messerangriffe steigt
Die Zahl der Messerangriffe in Berlin hat in den letzten Jahren zugenommen. Laut der polizeilichen Kriminalstatistik 2025 gab es 1.234 Fälle von gefährlicher Körperverletzung mit Messern – ein Anstieg von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders betroffen sind die Bezirke Mitte, Neukölln und Friedrichshain-Kreuzberg. Die Täter sind meist jung, männlich und häufig alkoholisiert oder unter Drogeneinfluss.
Experten: Prävention und soziale Maßnahmen notwendig
Kriminologen betonen, dass reine Strafverschärfungen wenig Wirkung zeigen. „Wichtig sind vor allem präventive Maßnahmen wie Jugendsozialarbeit, Schulprojekte und die Bekämpfung von Armut und Perspektivlosigkeit“, erklärt Dr. Maria Schmidt von der Freien Universität Berlin. „Zudem brauchen wir eine bessere Ausstattung der Polizei, damit sie effektiv kontrollieren und ermitteln kann.“
Kasupke appelliert an die Vernunft der Politik
In seiner Kolumne appelliert Kasupke an die Politiker, nicht auf populistische Forderungen hereinzufallen. „Statt immer nur nach härteren Strafen zu rufen, sollten sie endlich für mehr Sicherheit auf den Straßen sorgen. Das geht nur mit mehr Polizei und einer besseren sozialen Infrastruktur.“ Er schließt mit den Worten: „Ich will mich nicht länger als unbewaffneter Normalbürger fürchten müssen. Die Politik ist am Zug – und zwar jetzt.“



