Dortmunds neue U-Bahnen bewusst ohne Klimaanlage
Dortmunds neue U-Bahnen ohne Klimaanlage

Die Dortmunder Stadtwerke haben ihre neuen U-Bahnen des Typs „Vamos Dortmund“ bewusst ohne Klimaanlage bestellt, um rund 70 Millionen Euro zu sparen. Das Geld floss stattdessen in zusätzliche Fahrzeuge. Diese Entscheidung sorgt während der aktuellen Hitzewelle für Unmut bei Fahrgästen, wie der WDR berichtet.

Kostenersparnis und Stromverbrauch im Fokus

Der zuständige Betriebsleiter von DSW21 erklärte gegenüber dem WDR, dass die Einsparung von 70 Millionen Euro ermöglicht habe, mehr Bahnen anzuschaffen. Zudem reduziere der Verzicht auf Klimaanlagen den Stromverbrauch um etwa sieben Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Diese Menge entspricht dem Jahresverbrauch von mehr als 2000 durchschnittlichen Haushalten.

Die Stadtwerke betonen, dass die meisten Fahrgäste nur wenige Haltestellen mit der Bahn unterwegs seien. Der Betriebsleiter räumte jedoch ein, dass es an warmen Tagen ohne Klimaanlage zu einer „Komforteinbuße“ komme.

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Fahrgäste zeigen Unverständnis

Einige Nutzer der neuen Bahnen äußerten deutliche Kritik. Eine Fahrgästin sagte dem WDR: „Für alles ist Geld da, nur für so was wieder nicht. Das finde ich nicht in Ordnung.“ Ein anderer Fahrgast beschrieb den Einstieg als „Hitzewand“, besonders wenn man von einer kühlen, unterirdischen Haltestelle in die Bahn steige.

Trotz der Beschwerden bleibt DSW21 bei seiner Entscheidung. Das Unternehmen verweist auf die finanziellen Vorteile und die Möglichkeit, mehr Fahrzeuge einzusetzen, um die Taktung zu verbessern.

Berlin als weiteres Beispiel

Dortmund ist nicht die einzige Stadt, die auf Klimaanlagen im Nahverkehr verzichtet. Auch in Berlin fehlen in den neuen U-Bahnen Klimaanlagen. Dort wurde argumentiert, dass die auf dem Dach montierten Geräte zu viel Platz einnehmen und die Züge nicht durch alle Tunnel passen würden. Berlin bestellte für Milliarden Euro neue U-Bahnen mit veralteter Technik, wie ein Bericht zeigt.

Während die Diskussion um Klimaanlagen in öffentlichen Verkehrsmitteln anhält, bleibt die Frage nach dem Komfort der Fahrgäste bei zunehmenden Hitzewellen relevant. Die Entscheidungen in Dortmund und Berlin zeigen, dass finanzielle und technische Aspekte oft Vorrang vor dem Fahrgastkomfort haben.

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