Galeria: Fünf Filialen in Bayern vor dem Aus?
Galeria: Fünf Filialen in Bayern vor dem Aus?

Die angeschlagene Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof steht erneut vor einem tiefgreifenden Umbau. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) könnten in Bayern fünf Filialen geschlossen werden. Betroffen sind demnach Standorte in Augsburg, Nürnberg, Regensburg, Würzburg und München. Eine offizielle Bestätigung des Unternehmens liegt bislang nicht vor.

Sanierungsplan sieht Schließungen vor

Der Gläubigerausschuss hatte dem Sanierungsplan der Galeria Karstadt Kaufhof am Montag zugestimmt. Dieser sieht vor, dass von den bundesweit 129 Filialen 47 geschlossen werden. In Bayern wären davon fünf Häuser betroffen. Das bestätigte ein Sprecher des Unternehmens auf Anfrage der dpa. Die endgültige Entscheidung über die Zukunft der Standorte soll bis Ende August fallen.

Zu den möglicherweise betroffenen Filialen zählen laut dpa die Häuser in der Augsburger Innenstadt, in der Nürnberger Innenstadt, in Regensburg, in Würzburg sowie in München (Stachus). Diese Standorte stehen auf dem Prüfstand, wie es aus Unternehmenskreisen heißt. Eine offizielle Liste der zu schließenden Filialen gibt es noch nicht.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Mitarbeiter in Sorge

Die Unsicherheit ist bei den rund 17.000 Beschäftigten der Kette groß. Auch in Bayern bangen die Mitarbeiter um ihre Arbeitsplätze. Der Betriebsrat der betroffenen Filialen fordert von der Geschäftsführung klare Aussagen. „Die Kolleginnen und Kollegen haben ein Recht zu erfahren, wie es weitergeht“, sagte ein Betriebsratsmitglied der dpa. Man wolle nicht länger im Ungewissen gelassen werden.

Die Gewerkschaft Verdi kritisierte die Pläne scharf. „Die Schließungen sind ein harter Schlag für die Beschäftigten und für die Innenstädte“, sagte ein Verdi-Sprecher. Man werde sich für einen Sozialtarifvertrag einsetzen, um die Folgen für die Mitarbeiter abzumildern.

Hintergrund: Galeria in der Krise

Galeria Karstadt Kaufhof hatte Ende März erneut einen Insolvenzantrag gestellt. Es ist die dritte Insolvenz innerhalb von rund drei Jahren. Als Gründe nannte das Unternehmen die anhaltend schwierige Lage im Einzelhandel, die hohen Energiekosten und die Zurückhaltung der Verbraucher. Bereits im Jahr 2020 musste die Kette Gläubigerschutz beantragen, 2022 folgte ein weiteres Schutzschirmverfahren.

Der vorliegende Sanierungsplan sieht vor, dass sich das Unternehmen auf seine profitablen Standorte konzentriert. Dazu sollen die Mieten gesenkt und das Sortiment gestrafft werden. Auch ein Personalabbau ist geplant. Wie viele Stellen in Bayern gestrichen werden, ist noch offen.

Reaktionen aus der Politik

Die bayerische Staatsregierung zeigte sich besorgt über die möglichen Schließungen. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) forderte das Unternehmen auf, soziale Härten zu vermeiden. „Wir brauchen lebendige Innenstädte, und dazu gehören auch Warenhäuser“, sagte Aiwanger der dpa. Man werde prüfen, ob staatliche Hilfen möglich sind.

Die Oberbürgermeister der betroffenen Städte zeigten sich ebenfalls betroffen. Augsburgs Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) sagte, man werde sich für den Erhalt des Standorts einsetzen. Ähnlich äußerte sich Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU). Man wolle mit dem Unternehmen über Alternativen sprechen.

Auch andere Standorte betroffen

Bundesweit sind von den Schließungen vor allem Häuser in mittleren und kleineren Städten betroffen. Neben Bayern sind auch Filialen in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen auf der Kippe. Eine endgültige Entscheidung soll bis zum 31. August fallen. Dann will Galeria Karstadt Kaufhof die Liste der schließenden Filialen bekannt geben.

Bis dahin bleibt für die Beschäftigten und Kunden in Bayern die Ungewissheit. Die betroffenen Filialen sind vorerst weiter geöffnet. Ob es in den kommenden Wochen Räumungsverkäufe geben wird, ist unklar.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration