In Berlin stehen vier Filialen der Warenhauskette Galeria vor der Schließung. Neben den laufenden Verhandlungen über die Mietkonditionen rücken auch die Themen Sauberkeit und Sicherheit in den Fokus. Der Standort am Alexanderplatz gilt als besonders gefährdet, wie Investigativ-Reporter Julian Würzer berichtet.
Die gefährdeten Standorte im Überblick
Betroffen sind die Galeria-Häuser am Alexanderplatz, in der Wilmersdorfer Straße, im Ring-Center sowie im Spandau-Arkaden. Die Verhandlungen mit den Vermietern gestalten sich schwierig, da die Mietpreise in Berlin in den letzten Jahren stark gestiegen sind. Laut Unternehmenskreisen sind die Betriebskosten an diesen Standorten im Vergleich zu anderen Filialen überdurchschnittlich hoch.
„Berlin ist ein Schlüsselmarkt für uns, aber die wirtschaftlichen Herausforderungen sind enorm“, zitiert Würzer einen Insider. „Neben den Mieten machen uns auch die steigenden Kosten für Sicherheitsdienste und Reinigung zu schaffen.“
Sauberkeit und Sicherheit als kritische Faktoren
Besonders die Sauberkeit in den Filialen und die Sicherheitslage in den umliegenden Gegenden bereiten der Geschäftsführung Sorgen. Kunden beschweren sich vermehrt über verschmutzte Toiletten und unzureichende Sicherheitsmaßnahmen. Ein ehemaliger Mitarbeiter berichtet: „In den letzten Monaten hat die Zahl der Ladendiebstähle und aggressiven Vorfälle zugenommen. Das Personal ist verunsichert.“
Die Unternehmensleitung hat daher ein Maßnahmenpaket geschnürt, das unter anderem den Einsatz von mehr Sicherheitspersonal und eine intensivierte Reinigung umfasst. Ob dies ausreicht, um die Standorte zu retten, ist jedoch fraglich.
Mietverhandlungen als Zünglein an der Waage
Die Mietverhandlungen mit den Eigentümern der Immobilien gestalten sich als der entscheidende Faktor. Galeria verlangt eine deutliche Reduzierung der Mieten, um die Filialen wirtschaftlich betreiben zu können. Die Vermieter zeigen sich bisher jedoch wenig kompromissbereit. Ein Sprecher eines der betroffenen Einkaufszentren erklärte: „Wir verstehen die Situation von Galeria, aber auch wir haben unsere Kosten. Eine zu starke Mietminderung ist für uns nicht tragbar.“
Bis zum 31. August müssen die Verhandlungen abgeschlossen sein. Sollte keine Einigung erzielt werden, droht den vier Berliner Filialen das Aus. Bereits im vergangenen Jahr musste Galeria bundesweit mehrere Standorte schließen. Die Berliner Filialen beschäftigen insgesamt rund 500 Mitarbeiter.
Auswirkungen auf die Berliner Innenstadt
Die Schließung der Filialen hätte erhebliche Auswirkungen auf die Berliner Innenstadt. Der Standort am Alexanderplatz, einer der meistfrequentierten Plätze der Stadt, wäre besonders betroffen. „Der Alexanderplatz lebt von seiner Vielfalt. Ein weiterer Leerstand würde das Gesicht des Platzes negativ verändern“, warnt ein Stadtplaner.
Die Senatsverwaltung für Wirtschaft hat bereits Gespräche mit der Geschäftsführung von Galeria aufgenommen. „Wir tun alles, um die Arbeitsplätze zu erhalten und die Nahversorgung in den betroffenen Bezirken zu sichern“, so ein Sprecher. Ob die Politik jedoch Einfluss auf die Mietverhandlungen nehmen kann, ist ungewiss.



