Hellweg meldet Insolvenz an
Die Dortmunder Baumarktkette Hellweg hat beim Amtsgericht Dortmund einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Das Unternehmen beschäftigt rund 2.500 Mitarbeiter in 70 Filialen, hauptsächlich in Nordrhein-Westfalen und angrenzenden Bundesländern. Die Geschäftsführung erklärte, dass man aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage und der anhaltenden Umsatzrückgänge diesen Schritt gehen müsse.
Gründe für die Insolvenz
Als Hauptgründe für die Insolvenz nannte das Unternehmen die gestiegenen Energie- und Personalkosten sowie den zunehmenden Preisdruck durch Wettbewerber wie Obi, Hornbach und Bauhaus. Zudem habe die Inflation die Kaufkraft der Kunden geschwächt, was zu einem deutlichen Umsatzrückgang geführt habe. Auch die Folgen der Corona-Pandemie und des Ukraine-Kriegs hätten die Situation verschärft.
Sanierung in Eigenverwaltung
Das Unternehmen strebt eine Sanierung in Eigenverwaltung an. Dabei bleibt die Geschäftsführung im Amt, wird jedoch von einem Sachwalter überwacht. Ziel ist es, das Unternehmen durch Kostensenkungen und eine Neuausrichtung wieder wettbewerbsfähig zu machen. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter sind über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert.
Zukunft der Filialen
Wie viele der 70 Filialen geschlossen werden müssen, ist noch unklar. Die Geschäftsführung betonte, dass man alles daran setze, möglichst viele Standorte zu erhalten. Gespräche mit potenziellen Investoren laufen bereits. Die Kunden können vorerst weiterhin in den Hellweg-Märkten einkaufen; die Gutscheine behalten ihre Gültigkeit.
Reaktionen
Die Gewerkschaft Verdi zeigte sich besorgt über die Insolvenz und forderte schnelle Klarheit für die Beschäftigten. Der Hellweg-Betriebsrat hofft auf einen Investor, der das Unternehmen als Ganzes übernimmt. Auch die Politik reagierte: NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) sprach von einem „schweren Schlag für den Einzelhandel in Nordrhein-Westfalen“ und bot Unterstützung an.



