Die Berliner Friedrichstraße verliert einen weiteren prominenten Mieter: Der Modekonzern Hugo Boss hat seinen Store nach 16 Jahren geschlossen. Ein Schild an der Tür verkündet „Time to say goodbye“ und verweist Kunden auf das Geschäft am Kurfürstendamm. Die Fenster wurden mit weißer Folie abgeklebt.
Unternehmensstrategie oder Standortkrise?
Auf Anfrage des Tagesspiegels nannte das Unternehmen keine konkreten Gründe für die Schließung. Ein Sprecher erklärte lediglich, Hugo Boss verfolge eine langfristige Strategie und optimiere sein globales Store-Portfolio – das betreffe auch das Geschäft in Berlin-Mitte. Ob die Entscheidung mit der schwierigen Lage der Friedrichstraße zusammenhängt, ließ das Unternehmen offen.
Die Friedrichstraße leidet seit Jahren unter sinkenden Umsätzen und weniger Kundschaft. Bereits 2024 hatte die französische Kaufhauskette Galeries Lafayette ihre Filiale aufgegeben, was einen wichtigen Anker für die Einkaufsstraße bedeutete. Mit dem Weggang von Hugo Boss fehlt nun ein weiteres großes Modegeschäft.
Händler fordern Maßnahmen
Lokale Einzelhändler beklagen seit Langem die nachlassende Attraktivität der Straße. Sie fordern ein stärkeres Engagement des Senats, um die Friedrichstraße wiederzubeleben. „Wir brauchen ein klares Konzept, um den Standort zu retten“, sagte ein Sprecher des Einzelhandelsverbands Berlin-Brandenburg. Die Schließung von Hugo Boss sei ein weiteres Alarmzeichen.
Hugo Boss betreibt in Berlin weiterhin mehrere Geschäfte, darunter einen Flagship-Store am Kurfürstendamm. Ob die Friedrichstraße künftig wieder an Bedeutung gewinnen kann, bleibt abzuwarten.



