Das Internationale Congress Centrum (ICC) in Berlin gleicht einem Raumschiff, das im Dornröschenschlaf liegt. Doch um es wiederzubeleben, muss der Riese flexibler nutzbar werden. Ein Besuch vor Ort zeigt die größten Probleme.
Sanierungsstau und veraltete Technik
Das ICC, einst ein Vorzeigeprojekt der Moderne, ist in die Jahre gekommen. Die Technik ist veraltet, die Infrastruktur marode. Überall rostet es, und die einst beeindruckende Architektur wirkt heute wie aus der Zeit gefallen. Laut einem Bericht des Berliner Senats belaufen sich die Sanierungskosten auf mehrere hundert Millionen Euro.
„Wenn es nach den Planern geht, könnte hier in ein paar Jahren die Philharmonie Konzerte geben“, sagt Joachim Fahrun, Chefreporter Landespolitik, der das ICC besucht hat. Der große Saal 1 des ICC biete dafür ideale Voraussetzungen – sofern die Sanierung gelingt.
Flexiblere Nutzung als Schlüssel
Das größte Hindernis für eine Wiederbelebung ist die mangelnde Flexibilität des Gebäudes. Ursprünglich für große Kongresse und Veranstaltungen konzipiert, ist das ICC heute für viele moderne Nutzungen zu unflexibel. Die Räume sind schwer zu teilen oder umzubauen, was die Vermarktung erschwert.
Ein Gutachten des Landes Berlin empfiehlt daher, das ICC für verschiedene Veranstaltungsformate zu öffnen – von Konzerten über Messen bis hin zu Sportevents. Nur so könne der Betrieb wirtschaftlich tragfähig werden.
Suche nach neuen Mietern
Derzeit sucht der Senat nach neuen Mietern, die das ICC langfristig beleben könnten. Interessenten gibt es, darunter auch die Philharmonie, die nach einem zusätzlichen Standort sucht. Doch die Verhandlungen ziehen sich hin, da die Sanierungskosten und die langfristige Finanzierung noch ungeklärt sind.
Bis zur Wiedereröffnung wird es noch Jahre dauern. Der Senat rechnet mit einer Fertigstellung frühestens 2030. Bis dahin bleibt das ICC ein rostendes Raumschiff am Berliner Himmel – mit der Hoffnung auf eine zweite Chance.



