Russisches Ehepaar verkauft Luxus-Schloss in Hessen für 11,1 Mio. Euro
Luxus-Schloss in Hessen für 11,1 Mio. Euro zum Verkauf

Schloss Wolfsbrunnen: Ein prächtiges Anwesen im Werratal

Ein beeindruckendes deutsches Schloss steht derzeit zum Verkauf. Die Rede ist von Schloss Wolfsbrunnen im hessischen Meinhard. Das Anwesen, das auf einer Anhöhe im Werratal thront, wurde von einem russischen Ehepaar in ein luxuriöses Vier-Sterne-Hotel verwandelt. Nun soll es für stolze 11,1 Millionen Euro den Besitzer wechseln.

Das Schloss verfügt über zahlreiche Annehmlichkeiten, darunter sogar einen eigenen Helikopter-Landeplatz. Die aktuellen Eigentümer, Irina A. Klochkova (61) und Andrey M. Trubitsin (61), hatten das denkmalgeschützte Ensemble im Jahr 2009 erworben, als es noch sanierungsbedürftig war. Berichten zufolge zahlten sie damals rund 3 Millionen Euro. In den folgenden Jahren investierten sie massiv in die Renovierung und machten das Anwesen zu einem Schmuckstück.

Der Verkauf: Altersbedingter Rückzug oder finanzielle Not?

Seit Mitte Mai wird Schloss Wolfsbrunnen nun zum Kauf angeboten. Inoffiziell hieß es, das Millionärs-Ehepaar ziehe sich altersbedingt zurück. Offiziell äußerte sich die Klochkova & Trubitsin GbR jedoch nicht zu den Gründen. Es gibt allerdings Spekulationen, dass der Verkauf mit einem Finanzskandal in Russland zusammenhängen könnte.

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Bankenskandal in Russland

Die Schlossbesitzer waren in einen schwerwiegenden Finanzskandal verwickelt. Klochkova und Trubitsin halten 99,98 Prozent der Anteile an der Konservativen Handelsbank (KKB) aus Astrachan. Diese Bank fungierte als Clearingstelle für das E-Wallet-Zahlungssystem WebMoney, das in Russland und der Ukraine als eine Art PayPal galt. Trubitsin ist zudem Eigentümer des Unternehmens, das die Software für WebMoney entwickelte.

Im Februar 2022 entzog die russische Zentralbank der KKB die Banklizenz und leitete die Zwangsliquidation ein. Die Generalstaatsanwaltschaft erhob Vorwürfe der Geldwäsche und illegalen Kapitalausfuhr. Ein Moskauer Bezirksgericht urteilte, dass die Bank und ihre Gesellschaften Scheingeschäfte getätigt hätten, um rechtswidrig erlangte Gelder zu legalisieren.

Hohe Millionenbeträge konfisziert

In der Folge wurden rund 14 Milliarden Rubel (etwa 150 Millionen Euro) an den russischen Staat abgeführt. Davon entfielen allein 2,75 Milliarden Rubel (32 Millionen Euro) auf Trubitsin und seine Frau. Dieses Finanzloch könnte den Verkauf des Schlosses erklären. Das Paar war für Anfragen nicht erreichbar.

Eine Berufung gegen das Urteil wurde abgewiesen. Der Fall zog sich bis April 2026 hin, als der Oberste russische Gerichtshof endgültig entschied, dass die Steuerbehörde die eingezogenen Vermögenswerte nicht erneut besteuern darf. Die russischen Behörden haben in den letzten Jahren vermehrt Vermögenswerte von Unternehmern und Oligarchen enteignet. Auf den Sanktionslisten der EU sind Klochkova und Trubitsin jedoch nicht zu finden, sodass der Verkauf rechtlich unbedenklich ist.

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