Der Handelskonzern Mäc Geiz, bekannt für sein breites Sortiment an Non-Food-Artikeln, steht vor einem tiefgreifenden Umbau. Nachdem das Unternehmen Insolvenz angemeldet hat, sollen nun 50 Filialen geschlossen werden. Das gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Die Maßnahme ist Teil eines Sanierungskonzepts, das darauf abzielt, das Unternehmen wieder profitabel zu machen.
Hintergrund der Insolvenz
Mäc Geiz, mit Hauptsitz in Augsburg, hatte bereits im Frühjahr ein Schutzschirmverfahren beantragt, um sich vor Gläubigern zu schützen und eine geordnete Sanierung zu ermöglichen. Das Unternehmen leidet seit Jahren unter dem zunehmenden Wettbewerbsdruck durch Online-Händler und Discounter. Die Umsätze sind kontinuierlich gesunken, und die Kosten für Mieten und Personal konnten nicht mehr gedeckt werden.
Nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters ist die Schließung der 50 Filialen notwendig, um die verbleibenden Standorte wirtschaftlich zu stärken. Betroffen sind vor allem kleinere Filialen in ländlichen Regionen sowie Standorte mit hohen Mietkosten. Die genaue Liste der betroffenen Geschäfte steht noch nicht fest, wird aber in den kommenden Wochen veröffentlicht.
Auswirkungen auf Mitarbeiter
Die Schließungen werden erhebliche Auswirkungen auf die Beschäftigten haben. Nach Unternehmensangaben sind rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von den Schließungen betroffen. Das Unternehmen bemüht sich, für die betroffenen Beschäftigten Lösungen zu finden, etwa durch Versetzungen an andere Standorte oder Abfindungen. Der Betriebsrat wurde informiert und wird in die weiteren Verhandlungen eingebunden.
„Wir bedauern die Schließungen zutiefst, aber sie sind unumgänglich, um das Unternehmen zu retten und Arbeitsplätze langfristig zu sichern“, sagte ein Sprecher von Mäc Geiz. „Wir werden alles daran setzen, die Auswirkungen für unsere Mitarbeiter so gering wie möglich zu halten.“
Zukunftskonzept für verbleibende Filialen
Nach der Restrukturierung will sich Mäc Geiz auf seine profitablen Standorte konzentrieren. Das Unternehmen plant, das Sortiment zu straffen und stärker auf Eigenmarken zu setzen. Zudem sollen die verbleibenden Filialen modernisiert werden, um das Einkaufserlebnis zu verbessern. Das Sanierungskonzept sieht vor, dass das Unternehmen nach Abschluss der Maßnahmen wieder wettbewerbsfähig ist.
Experten sehen die Zukunft von Mäc Geiz skeptisch. Der Wettbewerb im Non-Food-Bereich ist hart, und viele ähnliche Ketten mussten in den letzten Jahren aufgeben. Dennoch gibt das Unternehmen an, dass die verbleibenden Filialen profitabel arbeiten und die Sanierung Aussicht auf Erfolg hat.
Reaktionen und Ausblick
Die Ankündigung der Filialschließungen hat gemischte Reaktionen hervorgerufen. Während Kunden bedauern, dass ihre örtliche Filiale schließt, zeigen sich Wirtschaftsexperten verhalten optimistisch. „Wenn die Restrukturierung konsequent umgesetzt wird, könnte Mäc Geiz eine Chance haben“, sagte der Handelsexperte Professor Stefan Müller von der Universität Erlangen. „Aber es wird ein harter Kampf.“
Die Gläubiger müssen dem Sanierungsplan noch zustimmen. Eine Entscheidung wird für den Herbst erwartet. Bis dahin läuft der Geschäftsbetrieb in den verbleibenden Filialen normal weiter. Kunden können also weiterhin in den Geschäften einkaufen, die nicht von der Schließung betroffen sind.
Mäc Geiz betreibt nach eigenen Angaben derzeit rund 200 Filialen in Deutschland. Nach der Restrukturierung sollen es noch etwa 150 sein. Das Unternehmen beschäftigt insgesamt rund 3.000 Mitarbeiter. Die Zentrale in Augsburg bleibt bestehen.



