Netto testet Cannabissamen-Verkauf: Erster Discounter bietet Cannabis-Saatgut an
Netto verkauft erstmals Cannabissamen in Supermärkten

Netto startet Testverkauf von Cannabissamen in Supermärkten

In einer bemerkenswerten Neuheit für den deutschen Einzelhandel testet der Discounter Netto aktuell den Verkauf von Cannabissamen in ausgewählten Filialen. Dieser Schritt markiert eine historische Premiere: Erstmals werden Cannabissamen flächendeckig im regulären Supermarktregal angeboten – und das nicht in spezialisierten Fachgeschäften, sondern zwischen Kräuter- und Gemüsesaatgut im Gartensortiment.

Drei Sorten für Einsteiger und erfahrene Gärtner

Das Angebot umfasst drei speziell ausgewählte Cannabis-Sorten: „L.A. Kush Cake“, „White Runtz“ und „Sour Diesel“. Jede Packung enthält drei Samen und ist zum Preis von 14,99 Euro erhältlich. „Die Sorten wurden gemeinsam mit Netto Marken-Discount so ausgewählt, dass sie sowohl für interessierte Einsteiger als auch für erfahrene Hobbygärtner attraktiv sind“, erklärt Gutmut Saatgut, der Hersteller der Produkte, in einer offiziellen Pressemitteilung.

Rechtlicher Rahmen durch Konsumcannabisgesetz

Möglich wird dieser Verkauf durch das seit 2024 geltende Konsumcannabisgesetz. Das Bundesgesundheitsministerium bestätigt, dass der Umgang mit Cannabissamen erlaubt ist – unter der klaren Voraussetzung, dass sie ausschließlich legal angebaut werden. Erwachsene dürfen demnach bis zu drei Cannabispflanzen gleichzeitig privat kultivieren und am eigenen Wohnsitz eine begrenzte Menge getrocknetes Cannabis lagern. Allerdings gelten strenge Auflagen:

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  • Pflanzen, Samen und Ernte müssen stets vor dem Zugriff Minderjähriger geschützt werden
  • Die Weitergabe an Dritte bleibt strikt untersagt
  • Händler müssen Altersgrenzen konsequent einhalten
  • Käufer müssen über die Grenzen des legalen Eigenanbaus informiert werden

Testlauf mit Signalwirkung für den Handel

Für den Einzelhandel stellt dieser Testverkauf einen bedeutenden Schritt mit klarer Signalwirkung dar. „Wir verstehen die Supermarkt-Platzierung als logische und konsequente Entwicklung nach Inkrafttreten des Konsumcannabisgesetzes“, betont Gutmut-Mitgründer Florian Kröckel. „Cannabissamen – wie andere Saatgutprodukte – gehören in transparente, reguläre Handelsstrukturen.“

Experten bewerten diesen Schritt als weiteren Meilenstein zur Normalisierung des legalen Eigenanbaus in Deutschland. Neben bereits etablierten Modellen wie Cannabis-Social-Clubs und Anbauvereinigungen schafft die Verfügbarkeit in Supermärkten nun zusätzliche Zugangsmöglichkeiten für interessierte Bürger.

Beschränkung auf Saatgut minimiert rechtliche Risiken

Wichtig zu beachten ist, dass Netto ausschließlich Cannabissamen und keine konsumfertigen Cannabisprodukte anbietet. Diese bewusste Beschränkung minimiert rechtliche Risiken erheblich, da fertige Cannabisprodukte deutlich strengeren Regulierungen unterliegen würden. Die Verantwortung für den legalen Umgang mit den erworbenen Samen liegt damit vollständig bei den Käufern selbst.

Der Testlauf findet aktuell in 255 Netto-Filialen in Berlin und im nordöstlichen Bundesgebiet statt. Sollte sich das Angebot als erfolgreich erweisen, könnte dies den Weg für eine bundesweite Einführung ebnen und das Bild des legalen Cannabis-Anbaus in Deutschland nachhaltig verändern.

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