Die Bundesnetzagentur umgeht rechtliche Hürden und zwingt die Deutsche Bahn zu mehr Wettbewerb. Ein Kommentar von Christoph Schlautmann zeigt, dass die Preise für Bahnfahrten in Deutschland bald sinken könnten.
Wettbewerb auf der Schiene: Italo kommt 2028
Der italienische Anbieter Italo plant ab 2028 in Deutschland zu fahren. Die Deutsche Bahn warnt vor einem „ungesteuerten Wettbewerb“ und dünneren Angeboten in ländlichen Regionen. Doch die Erfahrung aus Italien zeigt das Gegenteil: Seit 2012 dort private Anbieter wie Italo gegen die Staatsbahn Trenitalia antreten, sanken die durchschnittlichen Ticketpreise um 40 Prozent, so die Verbraucherschutzgruppe Consumer Choice Center.
Pünktlichkeit und Kundenzufriedenheit bei der DB
Laut Geschäftsbericht der Deutschen Bahn stieg die Kundenzufriedenheit 2025 auf die Schulnote 2,6. Gleichzeitig waren 40 Prozent aller DB-Fernzüge unpünktlich, über vier Prozent fielen komplett aus. Die Diskrepanz zwischen Umfrage und Realität wirft Fragen auf.
Wie der Behördentrick funktioniert
Die Bundesnetzagentur setzt die DB geschickt unter Druck, indem sie rechtliche Hürden umgeht. Konkret geht es um die Zuweisung von Trassen und Kapazitäten im Schienennetz. Bisher konnte die DB Neuankömmlinge blockieren, doch die Behörde erzwingt jetzt einen diskriminierungsfreien Zugang. Das könnte zu mehr Anbietern und niedrigeren Preisen führen.
Auswirkungen auf Fahrgäste
Wenn der Wettbewerb funktioniert, könnten Fahrgäste von günstigeren Tickets profitieren. In Italien sanken die Preise um 40 Prozent. In Deutschland sind die Preise in den letzten Jahren gestiegen. Ein Einstieg von Italo und anderen Anbietern könnte den Markt beleben.



