Die Gewerkschaft Verdi hat für diesen Freitag erneut zu bundesweiten Warnstreiks im Handel aufgerufen. Tausende Beschäftigte sollen ihre Arbeit niederlegen, um den Druck in den laufenden Tarifverhandlungen zu erhöhen. Zentrale Kundgebungen sind in Dortmund, Berlin, Wiesbaden, Hannover, Oldenburg, Braunschweig und Hamburg geplant, wie Verdi mitteilte.
Arbeitgeber spielen auf Zeit – Verdi erhöht Druck
„Die Arbeitgeber spielen in dieser Tarifrunde erneut auf Zeit – daher werden wir jetzt den Druck noch einmal erhöhen“, sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer. „Wer so unverantwortlich mit seinen Beschäftigten umgeht, verspielt die Zukunft der größten privatwirtschaftlichen Branche hierzulande.“ Welche Handelsunternehmen konkret bestreikt werden, gab die Gewerkschaft nicht bekannt. In den vergangenen Wochen standen unter anderem Kaufland und Ikea im Fokus der Ausstände. Die Auswirkungen für Kunden blieben bislang meist überschaubar.
Tarifkonflikt: Sieben Prozent mehr Lohn gefordert
Die Verhandlungen für den Einzelhandel sowie den Groß- und Außenhandel hatten im April in den ersten Landesbezirken begonnen. Verdi fordert sieben Prozent mehr Lohn, mindestens 225 Euro, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber legten im Einzelhandel zuletzt ein überarbeitetes Angebot vor: eine Erhöhung um 2,4 Prozent ab November 2026 und um weitere 2 Prozent ab August 2027, bei einer Laufzeit von zwei Jahren. Die Gewerkschaft lehnte das Angebot ab. In der kommenden Woche sollen die Verhandlungen in mehreren Bundesländern fortgesetzt werden.
Handelsbranche mit Millionen Beschäftigten
Nach Angaben von Verdi arbeiten in der Handelsbranche rund 5,2 Millionen Menschen, davon 3,4 Millionen im Einzelhandel. Die vorherigen Tarifverhandlungen zogen sich über mehr als ein Jahr hin. Damals erzielten die Beschäftigten im Einzelhandel ein Einkommensplus von insgesamt etwa 14 Prozent für die Jahre 2023 bis 2025.



