Die Nachfrage nach Immobilien in Brandenburg zieht weiter an – und das nicht nur im direkten Berliner Umland. Wie der aktuelle Grundstücksmarktbericht für das Jahr 2025 zeigt, gewinnen auch weiter entfernte Regionen an Attraktivität. Verkehrsstaatssekretär Uwe Schüler betonte bei der Vorstellung des Berichts in Potsdam, dass vor allem eine gute Verkehrsanbindung und die zunehmende Verbreitung von Homeoffice das Interesse an Häusern in der zweiten und dritten Reihe beflügeln.
Stabile Preise im Speckgürtel, Anstiege im Umland
Während die ohnehin hohen Immobilienpreise im Berliner Speckgürtel stabil geblieben sind, verzeichneten entferntere Orte einen Preisanstieg. Im Landesdurchschnitt kostete ein Einfamilienhaus 361.000 Euro – nahezu unverändert zum Vorjahr. Regional klaffen jedoch große Unterschiede: In Kleinmachnow lag der Durchschnittspreis bei 905.000 Euro, in Stahnsdorf bei 700.000 Euro und in Potsdam bei 743.000 Euro. Am unteren Ende rangieren Gemeinden wie Karstädt (99.770 Euro) und Putlitz (98.700 Euro) im Nordosten sowie Welzow im Süden mit 114.000 Euro.
Kaufverträge und Umsatz legen zu
Die Zahl der Kaufverträge stieg landesweit auf rund 27.000 – ein Plus von sieben Prozent. Der Umsatz kletterte um 13 Prozent auf etwa 7,2 Milliarden Euro. „Nach der Talsohle 2023 ist dies im zweiten Jahr in Folge eine Steigerung. Der Immobilienmarkt befindet sich auf einem Erholungskurs“, erklärte Uwe Schüler. In den Vorjahren hatten Zinssteigerungen, der Ukraine-Krieg und die Corona-Pandemie zu Einbrüchen geführt. Die meisten Kaufverträge wurden in Potsdam abgeschlossen, gefolgt von Oranienburg und Cottbus. „Dass Cottbus so weit vorn liegt, ist erstaunlich“, kommentierte Wilk Mroß, Vorsitzender des Oberen Gutachterausschusses.
Flächenpreise: Speckgürtel versus weiterer Metropolenraum
Wer im Berliner Umland ein Einfamiliengrundstück kaufte, zahlte durchschnittlich 318 Euro pro Quadratmeter. Im weiteren Metropolenraum belief sich der Preis auf 111 Euro – nach 103 Euro im Jahr 2024. Dies zeigt, dass die Nachfrage zunehmend auf günstigere Lagen ausweicht.
Eigentumswohnungen gefragt, teurer
Bei Eigentumswohnungen verzeichnete der Bericht einen Anstieg der Erstverkäufe um neun Prozent. Der landesweite Durchschnittspreis für eine neu errichtete Eigentumswohnung stieg um fünf Prozent auf 424.000 Euro (2024: 404.000 Euro). Auch hier spiegelt sich die erhöhte Nachfrage wider.
Bevölkerungswachstum im „zweiten Ring“
Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg prognostiziert für den sogenannten zweiten Ring – jene Gemeinden, die sich an den Berliner Speckgürtel anschließen – ein Bevölkerungswachstum bis 2040. Dieses Gebiet umfasst 50 Gemeinden mit rund 240.000 Einwohnern, darunter Fürstenwalde/Spree, Zossen und Nauen. Hier sollen künftig die meisten Kinder geboren werden, während das Berliner Umland das Schlusslicht bildet. Zu diesem zählen Potsdam, Kleinmachnow, Falkensee, Blankenfelde-Mahlow und Bernau bei Berlin.
Der Grundstücksmarktbericht unterstreicht den Trend: Immer mehr Menschen suchen bezahlbaren Wohnraum im weiteren Umland der Hauptstadt. Homeoffice und gute Verkehrsanbindung spielen dabei eine Schlüsselrolle.



