Pasewalker Mieter in der Kälte: Heizung und Warmwasser seit Tagen abgestellt
In der Dargitzer Straße in Pasewalk herrscht seit dem 17. März ein unhaltbarer Zustand für zahlreiche Mieter: Trotz frostiger Abendtemperaturen bleiben die Heizungen kalt, und warmes Wasser ist nicht verfügbar. Betroffene wie Jutta Müller* berichten von erheblichen Unannehmlichkeiten, obwohl sie ihre Miete regelmäßig bezahlen. Der Vermieter, die Pasewalker Immobilien GmbH, hat sich zwar mit einem Aushang entschuldigt und die Probleme auf "Altlasten" aus den Jahren 2022 bis 2024 zurückgeführt, doch eine schnelle Lösung lässt auf sich warten.
Vermieter bietet Mietminderung und Notlösungen an
Geschäftsführer Alex Jongen hat den Mietern in einem Schreiben angeboten, die Kaltmiete für April um 50 Prozent zu erlassen. Zudem dürfen sie im Gebäude der Pflege-Engel in derselben Straße für den Notfall Duschen nutzen, wo auch Heizgeräte bereitstehen. Ursprünglich war angekündigt worden, dass bei ausbleibender positiver Meldung vom Wärmeversorger EWE Heizcontainer geliefert und angeschlossen würden – doch diese wurden bislang nicht bereitgestellt.
Jutta Müller äußert sich frustriert: "Der Eigentümer engagiert sich ja. Aber man hat doch auch Rechte. Ich habe meine Miete regelmäßig gezahlt. Und nun sitzen wir hier Tage im Kalten ohne warmes Wasser." Sie beschreibt, wie sie mit einem Heizkörper von Raum zu Raum läuft, um zumindest das Kinderzimmer zu wärmen. Die Auseinandersetzung zwischen Vermieter und Versorger gehe eindeutig zulasten der Mieter.
Vorwürfe gegen den Wärmeversorger EWE
Laut einem Aushang vom 24. März haben sich der Vermieter und EWE auf einen Vergleich geeinigt, wonach EWE die Pasewalker Heizungsfirma Döbler beauftragen sollte, die Anlage wieder in Betrieb zu nehmen. In einer weiteren Mitteilung wirft die Pasewalker Immobilien GmbH EWE jedoch vor, die Warmwasser- und Heizungsversorgung rechtswidrig eingestellt zu haben, und kündigt gerichtliche Schritte an.
Die EWE Aktiengesellschaft, Betreiber der Heizzentrale, sperrte die Anlage und erklärte auf Anfrage, sich aufgrund eines laufenden Gerichtsverfahrens nicht äußern zu können. Firmensprecherin Nadine Auras betonte, dass eine Sperrung stets das äußerste Mittel sei und die zuverlässige Versorgung höchste Priorität habe. Gleichzeitig müsse man verantwortungsvoll mit Ressourcen umgehen, da offene Forderungen Auswirkungen auf alle Kunden hätten.
Heizungsfirma steht bereit, aber Lösung verzögert sich
Die Heizungsfirma Döbler steht nach eigenen Angaben für eine Inbetriebnahme bereit und wartet auf grünes Licht von EWE als Auftraggeber. Am Freitag, zehn Tage nach der Abschaltung, teilte EWE mit, die Entsperrung in die Wege geleitet zu haben, und ein Dienstleister vor Ort werde die Anlage am Nachmittag wieder in Betrieb nehmen. Die Pasewalker Immobilien GmbH war für den Nordkurier bislang nicht erreichbar, da die angegebene Telefonnummer nicht funktioniert und E-Mail-Anfragen unbeantwortet bleiben.
Die Situation unterstreicht die prekäre Lage der Mieter, die trotz Frühlingsbeginns in kalten Wohnungen ausharren müssen. Die anhaltenden Auseinandersetzungen zwischen Vermieter und Versorger lassen eine schnelle Besserung fraglich erscheinen, während die Betroffenen auf ihre Grundrechte pochen.



