Ein Traumschloss in Nordhessen sucht einen neuen Besitzer: Das traditionsreiche Schloss Wolfsbrunnen in Meinhard steht für mehr als 11 Millionen Euro zum Verkauf. Wer zugreifen möchte, benötigt ein dickes Bankkonto, denn die Immobilie zählt zu den exklusivsten und teuersten in Deutschland.
Was das Schloss so besonders macht
Das denkmalgeschützte Ensemble mit einem 84.000 Quadratmeter großen Schlosspark bietet dem künftigen Eigentümer enorm viel Luxus. Derzeit wird in den 53 Zimmern und Suiten mit 35 Mitarbeitern das Luxushotel „Wolfsbrunnen“ betrieben. Der im Neurenaissance-Stil errichtete Prunkbau verfügt über einen Audienzsaal, einen exklusiven VIP-Saal und einen 73 Quadratmeter großen Spiegelsaal. Diese Räume eignen sich hervorragend für Tagungen, Empfänge oder Traumhochzeiten. Sollte der neue Herr die 60 Quadratmeter große Schlossherren-Suite nicht nutzen wollen, stehen zwei Wohnungen mit separaten Eingängen zur Verfügung.
Zur Ausstattung gehören ein 114 Quadratmeter großes Restaurant mit Smoker-Lounge, eine Schlossbar, ein Weinkeller und eine Bibliothek. Für Erholung sorgt ein 155 Quadratmeter großer Wellnessbereich mit Sauna und Fitnesscenter. Ein Tennisplatz ist ebenfalls vorhanden. Von 200 Quadratmeter großen Terrassen aus genießt der Schlossherr einen herrlichen Blick über den Werratalsee. Ein besonderes Extra ist der eigene Helikopterlandeplatz, auf dem VIP-Gäste direkt am Schloss landen können.
Wem das Schloss gehört
Schloss Wolfsbrunnen wurde zwischen 1904 und 1907 von Landrat Alexander von Keudell als Liebesnest für seine Ehefrau Louise erbaut. Nach einer wechselvollen Geschichte als Lazarett, Vertriebenenunterkunft und Sekten-Refugium erwarb 2009 das russische Millionärs-Ehepaar Irina A. Klochkova (61) und Andrey M. Trubitsin (61) das Schloss. Berichten zufolge zahlten sie damals rund 3 Millionen Euro und investierten bis 2015 in die Sanierung, sodass das Hotel heute vier Sterne vorweisen kann.
Jetzt ist das Schloss plötzlich auf der Plattform „Immobilienscout24“ zum Verkauf inseriert. Die Gründe für den Verkauf sind unklar. Die Besitzer waren als Haupteigner der russischen Konservativen Handelsbank (KKB) in einen Finanzskandal verwickelt. Bereits 2022 entzog die russische Zentralbank der Bank die Lizenz und liquidierte sie wegen Verstößen gegen Bankgesetze sowie Regeln zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Daraufhin leitete die russische Generalstaatsanwaltschaft Ermittlungen ein, die 2023 Forderungen über 14 Milliarden Rubel (umgerechnet 150 Millionen Euro) gegen das Paar und zwei von ihnen kontrollierte Unternehmen geltend machte.
Ob die milliardenschweren Forderungen der russischen Behörden beim Verkauf eine Rolle spielen, ist unklar. Das Millionärs-Ehepaar war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Ein Sprecher der mit dem Verkauf beauftragten Immobilienvermittlung luxusmakler.de erklärte: „Die Eigentümer baten darum, dass der derzeitige Hoteldirektor den Verkauf mitbegleitet.“ Offenbar soll er mit darüber entscheiden, wer die außergewöhnliche Immobilie erhält.



