Die Mieten in Deutschland sind im vergangenen Jahr erneut deutlich gestiegen. Laut einer aktuellen Studie des Immobilienportals Immowelt stiegen die Angebotsmieten bundesweit um durchschnittlich 5,2 Prozent. Besonders stark fiel der Anstieg in den Großstädten aus: In München lag die Steigerung bei 7,8 Prozent, in Berlin bei 6,5 Prozent.
Gründe für den Anstieg
Als Hauptgründe nennt die Studie die anhaltend hohe Nachfrage nach Wohnraum bei gleichzeitig geringem Neubau. „Der Wohnungsmarkt ist angespannt wie nie zuvor“, sagte Studienautor Max Müller. „Die Nachfrage übersteigt das Angebot bei Weitem, was die Preise nach oben treibt.“ Zudem hätten gestiegene Baukosten und Materialengpässe den Neubau verteuert und gebremst.
Regionale Unterschiede
Nicht alle Regionen sind gleichermaßen betroffen. Während die Mieten in den Metropolen kräftig zulegten, fielen die Steigerungen in ländlichen Gebieten mit durchschnittlich 2,1 Prozent moderater aus. In einigen Städten wie Leipzig oder Dresden stiegen die Mieten um über 8 Prozent. „Das liegt an der wachsenden Attraktivität dieser Städte für junge Familien und Berufspendler“, erklärte Müller.
Auswirkungen auf Mieter
Für Mieter bedeutet dies eine weitere finanzielle Belastung. Die durchschnittliche Kaltmiete liegt in München mittlerweile bei 18,50 Euro pro Quadratmeter, in Berlin bei 14,20 Euro. „Viele Haushalte geben bereits über 30 Prozent ihres Einkommens für die Miete aus“, warnte der Deutsche Mieterbund. Die Organisation fordert daher eine Verschärfung der Mietpreisbremse und mehr sozialen Wohnungsbau.
Ausblick
Die Studie prognostiziert für die kommenden Jahre einen weiteren Anstieg der Mietpreise, wenngleich sich das Tempo verlangsamen könnte. „Wir gehen davon aus, dass die Steigerungsraten in den nächsten zwei Jahren zwischen 3 und 5 Prozent liegen werden“, so Müller. Entscheidend sei, ob die Politik Maßnahmen ergreife, um den Wohnungsbau anzukurbeln. Ohne Gegensteuerung drohe eine weitere Zuspitzung der Lage.



