Deutschlands größte Fliesenfabrik in Leisnig (Sachsen) steht vor einer ungewissen Zukunft. Nach der Insolvenz der Panariagroup Deutschland GmbH im April wurde das Werk nun von der singapurischen TWO Family Office und der deutschen Meta-Wolf-Gruppe übernommen. Dennoch wird die Produktion vorerst eingestellt.
Übernahme und Produktionsstopp
Die Investoren erwarben das angemietete Grundstück mit der Fabrik, das nicht zur Insolvenzmasse gehört. Die Meta-Wolf-Gruppe betreibt bereits sechs andere Keramik-Standorte in Deutschland. Trotz der Übernahme teilte ein Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters Dr. Christian Heintze mit: „Was wir dazu sagen können, ist, dass es eine Übernahme des Geschäftsbetriebs durch einen Investor nicht geben wird.“ Die Produktion wird heruntergefahren, die Brennöfen gesichert, um eine spätere Wiederaufnahme zu ermöglichen.
Zukunft der Mitarbeiter
Derzeit sind 165 Mitarbeiter beschäftigt, deren Löhne und Gehälter bis Ende Juni über das Insolvenzgeld gesichert sind. Geplant ist ein Neustart im Jahr 2027 mit mindestens 100 Arbeitsplätzen, wahrscheinlicher seien 130 Stellen inklusive Verwaltung, Logistik, IT, Marketing und Vertrieb. Meta-Wolf-Vorstand André Schütz erklärte: „Wir hoffen, dass wir viele Mitarbeiter aus Leisnig und Umgebung einstellen können. Bevorzugt werden natürlich Mitarbeiter mit Berufserfahrung.“ Einigen Arbeitern wurden Jobs an anderen Standorten der Gruppe angeboten.
Gründe für die Produktionseinstellung
Laut Schütz habe man sich in Leisnig keine Energiepreise über Hedges über den 30. Juni hinaus gesichert, was zu hohen Kosten führen würde. „Am Standort Leisnig hat man sich leider keine Energiepreise über Hedges über den 30. Juni hinaus gesichert, was zum aktuellen Zeitpunkt sehr hohe Kosten nach sich ziehen würde und eine wettbewerbsfähige Produktion zum 1. Juli nicht ermöglicht.“ Die anhaltend schwache Baukonjunktur und hohe Energiekosten hatten das Unternehmen erneut in die Krise geführt. Bereits 2024 wurde der Standort von der italienischen Panariagroup übernommen, nachdem er zuvor eine Insolvenz durchlaufen hatte.
Investitionen und Modernisierung
Bis 2027 will die Meta-Wolf-Gruppe im niedrigen zweistelligen Millionenbereich in die Modernisierung der Produktion, Solarsysteme, Künstliche Intelligenz und Robotik investieren. Ziel ist es, das Werk wettbewerbsfähig zu machen. Der Verkauf von Fliesen und Vorräten der insolventen Fabrik läuft derweil weiter. Die Abstimmung mit dem Betriebsrat über einen Interessenausgleich für die Beschäftigten läuft noch.



