Hensoldt plant Ingenieurszentrum auf Bosch-Gelände in Leinfelden
Hensoldt: Ingenieurszentrum auf Bosch-Gelände geplant

Der Rüstungszulieferer Hensoldt will auf dem Gelände von Bosch in Leinfelden bei Stuttgart ein neues Software- und Ingenieurszentrum eröffnen. Das Unternehmen hat eine Kooperationsvereinbarung mit dem Automobilzulieferer über die Nutzung eines leer stehenden Gebäudes unterzeichnet. In dem neuen Zentrum für softwaregesteuerte Verteidigung sollen rund 300 Arbeitsplätze entstehen. Besonders angesprochen werden bisherige Bosch-Beschäftigte, die von den massiven Stellenstreichungen des Konzerns betroffen sind.

Hintergrund: Bosch baut Tausende Stellen ab

Bosch befindet sich in einem umfassenden Stellenabbau. In den kommenden Jahren will der Konzern in der Zuliefersparte in Deutschland rund 22.000 Stellen streichen. Hensoldt sieht darin eine Chance, qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen. Das Unternehmen sucht gezielt Software-Experten und Elektroingenieure, die auf dem neuen Campus in Leinfelden arbeiten sollen.

„Bosch hat in den vergangenen Jahren herausragende Expertise im Bereich Software-Engineering aufgebaut. Diese Expertise wollen wir im Rahmen unserer Zusammenarbeit gezielt nutzen, um unseren neuen Entwicklungsstandort in Leinfelden erfolgreich aufzubauen“, sagte Hensoldt-Vorstandsvorsitzender Oliver Dörre laut Mitteilung.

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Bereits frühere Übernahmen von Bosch-Mitarbeitern

Die Expansion ist ein weiterer Schritt in der Zusammenarbeit des Rüstungsunternehmens mit Bosch beim Thema Beschäftigung. Bereits im vergangenen Jahr hatte Hensoldt knapp 200 Mitarbeitern von Bosch und Continental aus dem Stuttgarter Raum und anderen Standorten eine neue Perspektive geboten. Anfang des Jahres vereinbarte das Unternehmen zudem eine Kooperation mit dem Autozulieferer Aumovio, um Ingenieure zu übernehmen, die nach Stellenstreichungen in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung ihren Job verloren hatten.

Hensoldt, das eine Marktkapitalisierung von umgerechnet zehn Milliarden Euro aufweist, baut aufgrund der hohen Nachfrage in der Verteidigungsindustrie derzeit seine Liefer- und Produktionskapazitäten deutlich aus. 2026 will das Unternehmen rund 1600 Mitarbeiter einstellen. Das entspricht einem Belegschaftswachstum um mehr als 16 Prozent.

Bedeutung für die Region Stuttgart

Die Ansiedlung des neuen Zentrums stärkt die Region Stuttgart als Technologiestandort. Die Zusammenarbeit zwischen Hensoldt und Bosch zeigt, wie Unternehmen in Zeiten des Umbruchs qualifizierte Arbeitskräfte sichern können. Die neuen Arbeitsplätze bieten betroffenen Bosch-Mitarbeitern eine Perspektive in der wachsenden Verteidigungsindustrie.

Mit Material der Nachrichtenagentur Bloomberg.

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