Der Kreistag des Landkreises Unterallgäu hat einen Anbau an eine Schule in Bad Wörishofen beschlossen, um die Hitzeprobleme in den Klassenzimmern zu lösen. Gleichzeitig ist der Anbau Teil einer rechtlichen Auseinandersetzung um die Ganztagsbetreuung. Der Beschluss fiel in der jüngsten Sitzung des Kreistags, wie die Augsburger Allgemeine berichtet.
Hitzeprobleme als Auslöser
Die Sommerhitze der vergangenen Jahre hat die Räume der Schule zeitweise unerträglich gemacht. Messungen hätten ergeben, dass die Temperaturen in einigen Klassenzimmern deutlich über 30 Grad Celsius steigen, sagte ein Sprecher des Landratsamts. Der Anbau soll moderne Lüftungs- und Kühlungssysteme erhalten, die für ein erträgliches Raumklima sorgen sollen.
Der Kreistag bewilligte dafür rund 4,5 Millionen Euro. Die Bauarbeiten sollen im kommenden Jahr beginnen und voraussichtlich zwei Jahre dauern. Während der Bauzeit wird der Unterricht in Containern stattfinden, die auf dem Schulgelände aufgestellt werden.
Rechtlicher Streit um Ganztagsbetreuung
Der Anbau ist jedoch nicht nur eine Antwort auf die Hitze, sondern auch Teil eines Rechtsstreits. Eltern hatten geklagt, weil die Schule keine ausreichende Ganztagsbetreuung anbieten konnte. Das Verwaltungsgericht Augsburg gab den Eltern recht und verpflichtete den Landkreis, für ausreichende Plätze zu sorgen.
Der Landkreis legte gegen das Urteil Berufung ein, doch der Bayerische Verwaltungsgerichtshof wies die Berufung zurück. Damit ist der Anbau auch rechtlich notwendig, um die Vorgaben zu erfüllen. Landrat Alex Eder betonte: „Wir müssen jetzt handeln, um sowohl den Hitzeschutz als auch die Betreuungssituation zu verbessern.“
Auswirkungen auf den Schulbetrieb
Der Anbau wird zusätzliche Klassenräume und Gruppenräume für die Ganztagsbetreuung schaffen. Die Schule bietet derzeit eine gebundene Ganztagsklasse an, aber die Nachfrage ist höher. Mit dem Anbau können künftig zwei weitere Ganztagsklassen eingerichtet werden.
Die Schulleitung begrüßte den Beschluss. Rektorin Sabine Müller sagte: „Wir sind erleichtert, dass endlich eine Lösung gefunden wurde. Die Hitze in den Räumen war für Schüler und Lehrer gesundheitlich bedenklich.“
Kritik an der Finanzierung
Einige Kreisräte kritisierten die hohen Kosten. Die Fraktion der Freien Wähler stimmte gegen den Anbau und forderte eine günstigere Sanierungslösung. „Wir hätten uns eine energetische Sanierung mit Verschattung gewünscht, die günstiger gewesen wäre“, sagte Fraktionschef Josef Mayer. Die Mehrheit des Kreistags folgte jedoch der Empfehlung der Verwaltung.
Der Landkreis rechnet mit laufenden Kosten für Wartung und Energie von etwa 100.000 Euro pro Jahr. Diese Mittel sind im Haushalt bereits eingeplant.
Blick in die Zukunft
Der Anbau ist Teil eines größeren Maßnahmenpakets des Landkreises, um Schulen an die Folgen des Klimawandels anzupassen. In den nächsten Jahren sollen weitere Schulen mit Kühlungssystemen ausgestattet werden. „Wir müssen die Schulen fit machen für heiße Sommer“, sagte Landrat Eder.
Die Bauarbeiten werden voraussichtlich im Frühjahr 2026 abgeschlossen sein. Dann sollen die Schülerinnen und Schüler in den neuen Räumen unterrichten werden.



