Deutsche Industrie: Aufträge steigen im Mai um 1,9 Prozent
Industrieaufträge im Mai überraschend gestiegen

Auftragseingang übertrifft Erwartungen

Die deutsche Industrie hat im Mai 2026 nach einem Rückgang im Vormonat wieder mehr Aufträge erhalten. Das Neugeschäft wuchs um 1,9 Prozent im Vergleich zum April, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Plus von 1,5 Prozent gerechnet, nach einem Rückgang von revidiert 3,2 Prozent (zuvor: -3,8 Prozent) im April.

Großaufträge treiben Wachstum

Die Erholung ist wesentlich auf den deutlichen Anstieg im Sonstigen Fahrzeugbau zurückzuführen, wozu Flugzeuge, Schiffe, Züge und Militärfahrzeuge gehören. Hier lagen die Bestellungen aufgrund mehrerer Großaufträge um 85,0 Prozent höher als im Vormonat. Der Staat investierte Milliarden in Infrastruktur und Aufrüstung. Zuwächse gab es auch im Maschinenbau (+3,7 Prozent) und im Bereich Herstellung von elektrischen Ausrüstungen (+5,7 Prozent). Die Automobilindustrie (-3,8 Prozent) und die Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (-7,8 Prozent) meldeten dagegen eine sinkende Nachfrage.

Auslandsaufträge uneinheitlich

Die Auslandsaufträge legten im Mai um 2,2 Prozent zu. Dabei nahmen die Bestellungen aus der Euro-Zone um 11,2 Prozent zu, während die aus dem übrigen Ausland um 3,2 Prozent schrumpften. Die Inlandsaufträge stiegen um 1,3 Prozent. Werden Großaufträge ausgeklammert, legten die gesamten Bestellungen im Mai nur um 1,0 Prozent zu. Im weniger schwankenden Dreimonatsvergleich lag der Auftragseingang von März bis Mai um 0,2 Prozent niedriger als in den drei Monaten zuvor.

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Expertenstimmen und Ausblick

„Mal rauf, mal runter, der Auftrags-Zick-Zack geht weiter“, kommentierte der Chefvolkswirt von ABN Amro Deutschland, Alexander Krüger, die Entwicklung. „Alles in allem ist die Auftragslage besser als vor einem Jahr.“ Schwierige Standortbedingungen und Planungsunsicherheiten dämpften aber den Ausblick. Der Nahost-Krieg, höhere Preise für Öl und Gas sowie die einhergehende Unsicherheit hatten zuvor die Nachfrage gedämpft.

Stimmung hellt sich auf

Im Verarbeitenden Gewerbe hat sich die Stimmung im Juni aufgehellt, wie das Münchner Ifo-Institut bei seiner Unternehmensumfrage herausfand. Dies war auf die spürbar verbesserten Erwartungen zurückzuführen. Dagegen wurden die Urteile zur aktuellen Lage geringfügig nach unten korrigiert. „Die Zahl der Neuaufträge ging erneut zurück“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

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