Die Wirtschaftsinitiative „Made for Germany“ plant für Ende September ein weiteres Treffen mit der Bundesregierung, um über zusätzliche Reformen zu beraten. Das jüngst beschlossene Paket gehe viele wichtige Probleme an, aber längst nicht alle, sagte Siemens-Chef Roland Busch ein Jahr nach dem Auftakttreffen der Initiative mit Kanzler Friedrich Merz (CDU). „Jetzt müssen die Maßnahmen schnell und spürbar umgesetzt und weitere Reformen angegangen werden.“
Flexibilisierung der Arbeitszeit gefordert
Busch nannte konkret die Flexibilisierung der Arbeitszeit als dringende Reform. Deutschland sei „das einzige Land, was die Arbeitszeit auf den Tag regelt und nicht auf die Woche“. Zudem sei die Teilzeitquote zu hoch, sagte Busch. „In Summe müssen wir in Deutschland mehr arbeiten.“ Die Initiative setzt sich daher für eine Anpassung der Arbeitszeitregelungen ein, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu erhöhen.
Investitionszusage von über 800 Milliarden Euro
Der Initiative gehören inzwischen 139 Unternehmen und Investoren aus verschiedensten Branchen an. Sie haben zugesagt, bis 2028 mehr als 800 Milliarden Euro in den Wirtschaftsstandort Deutschland zu investieren. Wie viel dieser Summe über bereits geplante Investitionen hinausgeht, ist allerdings unklar. Das jüngst angekündigte Reformpaket habe „die Zuversicht internationaler Investoren deutlich gestärkt und das Interesse an diesem Standort noch einmal gesteigert“, sagte Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing. Investoren aus dem Ausland beabsichtigen nach seinen Angaben Mittel „in substanzieller dreistelliger Milliardenhöhe“ in Deutschland einzusetzen.
Weitere Schritte im Herbst
Die Initiative will im Herbst konkrete Vorschläge für zusätzliche Reformen vorlegen. Neben der Arbeitszeitflexibilisierung stehen weitere Themen auf der Agenda, um den Wirtschaftsstandort Deutschland langfristig zu stärken. Die Bundesregierung hat signalisiert, offen für weitere Gespräche zu sein.



