Der Nato-Gipfel in Ankara beginnt mit einem Paukenschlag: Deutschland präsentiert einen Rekord-Wehretat und geht auf Einkaufstour. Parallel dazu sichert sich Kanada den Kauf deutscher U-Boote. Die Rüstungsindustrie befindet sich in einer Goldgräberstimmung, denn die Eile der Beschaffung treibt die Preise in die Höhe.
Rutte fordert schnelle Lieferungen
Nato-Generalsekretär Mark Rutte eröffnete am Dienstagmorgen ein Industrieforum und richtete deutliche Worte an die Rüstungsindustrie. Bereits bei einem Berlin-Besuch in der Vorwoche hatte er gesagt: „Liefert schnell, was wir brauchen, denn Abschreckung wird genauso sehr in Fabriken gebaut wie von unseren Streitkräften ausgestrahlt.“
Rekord-Wehretat für Deutschland
Deutschland will seine Verteidigungsausgaben auf ein Rekordniveau steigern. Konkret ist ein Etat von über 100 Milliarden Euro geplant, der unter anderem für die Beschaffung moderner Waffensysteme und die Ertüchtigung der Bundeswehr verwendet werden soll. Die Bundesregierung betont die Notwendigkeit, die Verteidigungsfähigkeit angesichts der Bedrohungslage zu stärken.
Kanada setzt auf deutsche U-Boote
Parallel zum Nato-Gipfel gab Kanada bekannt, deutsche U-Boote zu kaufen. Es handelt sich um ein milliardenschweres Geschäft, das die deutsch-kanadische Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich vertieft. Die U-Boote der Klasse 212CD sollen ab Mitte der 2030er Jahre ausgeliefert werden.
Industrie profitiert von Dringlichkeit
Die Rüstungsunternehmen sehen sich in einer starken Verhandlungsposition. Aufgrund der Dringlichkeit der Beschaffung können sie höhere Preise verlangen. Analysten erwarten, dass die Margen in der Branche deutlich steigen werden. Die Aktienkurse großer Rüstungskonzerne legten bereits im Vorfeld des Gipfels zu.
Kritik an Kostenexplosion
Opposition und Friedensorganisationen kritisieren die Entwicklung. Sie warnen vor einer unkontrollierten Aufrüstung und einer Kostenexplosion zu Lasten der Steuerzahler. Die Bundesregierung verteidigt die Ausgaben als notwendig für die Sicherheit Deutschlands und seiner Verbündeten.



