Die Baiersbronn Frischfaser Karton GmbH, ein Verpackungshersteller aus dem Schwarzwald, hat beim Amtsgericht Rottweil einen Insolvenzantrag gestellt. Das Unternehmen, das zuletzt einen Jahresumsatz von 80 Millionen Euro erzielte, kämpft mit hohen Energiekosten und Auftragsmangel. Sollte sich in den kommenden Monaten kein Investor finden, stehen 220 Arbeitsplätze auf der Kippe.
Betrieb läuft vorerst normal weiter
Der Geschäftsbetrieb der Papierfabrik läuft vorerst uneingeschränkt weiter. Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Dr. Jan Markus Plathner bestellt. Er erklärte in einer Pressemitteilung: „Ziel ist es, im Rahmen eines strukturierten Prozesses zeitnah eine Investorenlösung zu realisieren, welche auch die Arbeitsplätze der Mitarbeiter langfristig sichert.“ Die Löhne und Gehälter der rund 220 Mitarbeiter sind für Juni, Juli und August über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit abgesichert.
Gründe für die Pleite
Besonders die hohen Energiekosten hätten die Papierfabrik belastet, hinzu komme der Auftragsmangel in einem schwierigen Marktumfeld. Vor der Insolvenzanmeldung hatte der etwa 75 Jahre alte Betrieb selbst versucht, die Produktionskosten zu senken – jedoch ohne Erfolg. Nun läuft die Investorensuche auf Hochtouren.
Krise in der Papierbranche
Die Insolvenz der Baiersbronn Frischfaser Karton GmbH ist kein Einzelfall. Erst kürzlich war die traditionsreiche Papierfabrik Hainsberg in die mittlerweile dritte Pleite geschlittert. Seit April befindet sich auch dieses Unternehmen im Insolvenzverfahren. Ein Unternehmenssprecher sagte: „Die Papierbranche steht unter massivem Druck durch hohe Produktionskosten, wie etwa erhöhte Energie- und Personalkosten – und kämpft gegen einen deutlichen Rückgang der Nachfrage.“
Ausblick
Der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Jan Markus Plathner hält sich noch mit Details zu den Verbindlichkeiten zurück. Zunächst müsse sich das Team einen Überblick verschaffen und Maßnahmen zur Stabilisierung des Betriebs einleiten. Die weitere Lieferfähigkeit des Unternehmens soll sichergestellt werden. Die kommenden Monate werden zeigen, ob ein Investor gefunden werden kann, der die Arbeitsplätze langfristig sichert.



