Potsdam hat nach Einschätzung von Steffen Kammradt, Chef der Wirtschaftsförderung Brandenburg GmbH (WFBB), beste Chancen, auch in den kommenden Jahren einer der deutschen Top-Standorte für Hightech-Ansiedlungen zu bleiben. Dies gelte trotz eines Rückfalls im jüngst veröffentlichten Regionenranking des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Kammradt betonte am Montag gegenüber dem Tagesspiegel: „Potsdam ist der Technologie-Hotspot in Brandenburg schlechthin.“
Trumpfkarten für die Zukunft
Als entscheidende Standortvorteile nannte Kammradt neben dem Wissenschaftspark Potsdam-Golm die Medienstadt Babelsberg, den künftigen Campus des Hasso-Plattner-Instituts in Babelsberg, den IT-Standort Campus Jungfernsee sowie das RAW-Gelände am Hauptbahnhof. Er sprach sich klar für die Erweiterung des Golm-Campus nach Norden aus, die derzeit von der Stadt geprüft wird. Auch der sich entwickelnde neue Stadtteil Krampnitz biete Flächen für Gewerbeansiedlungen über den Vorortbedarf hinaus. „Potsdam kann schnell“, lobte Kammradt die zügigen Entscheidungswege in der Verwaltung, wofür die Katjes-Ansiedlung im Jahr 2004 nur ein Beispiel sei.
Erfolgsbilanz der Wirtschaftsförderung
Seit der Gründung der WFBB vor 25 Jahren wurden in der Landeshauptstadt insgesamt 1.939 Firmenprojekte mit 10.397 neuen oder gesicherten Arbeitsplätzen unterstützt. Zwei Drittel aller Projekte seien Technologieprojekte gewesen, so Kammradt. „Diese Profilierung hat keine andere Region des Landes.“
Rückfall im IW-Ranking relativiert
Das IW-Ranking untersucht Wirtschaftsstruktur, Arbeitsmarkt und Lebensqualität von 400 deutschen Land- und Stadtkreisen. Brandenburg schnitt im Zehnjahresvergleich von 2016 bis 2026 als Flächenland mit dem höchsten Anteil an Gewinner-Regionen ab: 14 der 18 Kreise und kreisfreien Städte legten zu. Demgegenüber stünden mit dem Landkreis Oder-Spree und Potsdam nur zwei Verliererregionen, hieß es. Kammradt sieht darin kein Problem. „Für uns ist Potsdam weiter ein Gewinner, kein Verlierer“, sagte er. „Wenn eine Stadt wie Potsdam ganz oben mitspielt, ist es objektiv schwierig, diesen Platz zu halten. Und Potsdam wie auch Potsdam-Mittelmark liegen weit, weit vor Berlin.“
Aktuelle Platzierungen im Vergleich
Im IW-Ranking 2026 liegt Potsdam auf Platz 58, Potsdam-Mittelmark auf Platz 37 und Berlin auf Platz 89. Im Dynamik-Ranking, das die Veränderung zwischen 2016 und 2026 misst, liegt Cottbus bundesweit auf Platz eins. Potsdam, das zuvor weiter vorne platziert war, fiel hier auf Platz 38 zurück und schnitt damit schlechter ab als 2016. Kammradt bleibt jedoch zuversichtlich: „Potsdam ist und bleibt ein Gewinner.“



