Iran-Krieg: Gaspreise steigen – Sorge um leere Speicher wächst
Iran-Krieg: Gaspreise steigen – Sorge um leere Speicher

Die europäischen Gaspreise sind am Dienstag erneut deutlich gestiegen, nachdem sich die Hoffnungen auf eine baldige diplomatische Lösung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran zerschlagen haben. Der europäische Gas-Future zog in der Spitze um gut sieben Prozent auf 61,80 Euro je Megawattstunde an. Am Montag hatten Spekulationen über eine mögliche Annäherung der beiden Konfliktparteien die Preise noch gedrückt. Doch widersprüchliche Signale aus Washington und Teheran dämpften den Optimismus wieder.

Speicherfüllstände auf historischem Tiefstand

Besonders große Sorge bereitet die nur schleppend voranschreitende Befüllung der europäischen Gasspeicher vor dem Winter. Nach Daten von Gas Infrastructure Europe waren die Speicher zuletzt nur zu 57,43 Prozent gefüllt – ein historischer Tiefstand für diese Jahreszeit. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag der Füllstand zu diesem Zeitpunkt bereits deutlich höher.

Arne Lohmann Rasmussen, Analyst bei Global Risk Management, wies darauf hin, dass die Wiederauffüllung in Europa langsamer voranschreite als 2025. Zudem könnten Probleme bei Atom- und Wasserkraftwerken in Europa aufgrund niedriger Wasserstände in mehreren Flüssen die Nachfrage nach Gas zur Stromerzeugung erhöhen. „Das könnte die Lage weiter verschärfen“, sagte Rasmussen.

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Analysten warnen vor hohen Winterpreisen

Die Analysten der SEB Bank schlagen Alarm. „Selbst als die russischen Gaslieferungen 2022 eingestellt wurden, bauten sich Lagerbestände auf“, erklärten sie. Die aktuelle Situation ähnele eher dem Jahr 2021, als niedrige Füllstände zu einem raschen Anstieg der Gaspreise zum Jahresende beigetragen hätten. Dies bedeute ein höheres Risiko für hohe Heiz- und Strompreise im kommenden Winter.

Die Entwicklung hat auch politische Implikationen: Die Bundesregierung beobachtet die Lage mit Sorge, da Deutschland weiterhin stark von Gasimporten abhängig ist. Zwar wurden neue LNG-Terminals gebaut, doch die Versorgungssicherheit bleibt fragil. Verbraucher müssen sich möglicherweise auf erneute Preisspitzen einstellen.

Ausblick: Bleibt die Lage angespannt?

Ob sich die Lage entspannt, hängt maßgeblich von den diplomatischen Bemühungen ab. Bislang gibt es keine konkreten Termine für neue Gespräche. Die Märkte reagieren entsprechend nervös. Sollten die Speicherfüllstände bis Oktober nicht deutlich steigen, drohen nicht nur höhere Preise, sondern auch Versorgungsengpässe in Einzelfällen.

Experten raten Verbrauchern, sich frühzeitig über Tarife zu informieren und gegebenenfalls Preissenkungen zu prüfen. Die Lage bleibt volatil – und der Winter ist noch fern.

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