Mieten steigen im zweiten Quartal deutlich stärker als die Inflation
Mieten steigen stärker als Inflation im zweiten Quartal

Die Lage auf dem deutschen Wohnungsmarkt bleibt angespannt: Die Angebotsmieten sind im zweiten Quartal 2026 bundesweit um 4,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Das geht aus Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hervor. Die allgemeine Inflationsrate lag im gleichen Zeitraum trotz des Iran-Kriegs bei rund 2,6 Prozent – die Mietsteigerung fiel also deutlich höher aus.

Besonders starke Zuwächse in Großstädten außerhalb der Metropolen

„Besonders kräftig fällt die Entwicklung derzeit in den Großstädten außerhalb der größten Metropolen aus“, erklärten die Studienautoren Pekka Sagner und Michael Voigtländer. In diesen Städten betrug der Zuwachs 4,9 Prozent. Auch im Umland dieser Städte stiegen die Mieten mit 3,9 Prozent stark an. In den Top-7-Städten Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf fiel das Plus mit durchschnittlich 2,9 Prozent vergleichsweise moderat aus. Allein zum Vorquartal zogen die Mieten von April bis Juni um 1,3 Prozent an.

Kaufimmobilien: Leichte Preissteigerungen, aber kein Aufschwung

Die Kaufpreise für Wohnimmobilien stiegen ebenfalls, jedoch nur leicht. Eigentumswohnungen verteuerten sich bundesweit um 0,8 Prozent zum Vorjahresquartal, Ein- und Zweifamilienhäuser ebenfalls um 0,8 Prozent. Im Vergleich zum Vorquartal legten die Preise für Eigentumswohnungen um 0,2 Prozent und für Häuser um 1,0 Prozent zu. „Von einem neuen kräftigen Preisaufschwung kann damit bislang nicht gesprochen werden“, so Sagner und Voigtländer. Regional zeigte sich eine zunehmende Differenzierung: In den Top-7-Städten gab es leichte Rückgänge bei den Kaufpreisen, während die übrigen Großstädte und ihr Umland moderate Zuwächse verzeichneten.

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Angebot an Kaufimmobilien seit Zinswende stark gestiegen

Das Kaufangebot hat sich seit der Zinswende deutlich erhöht. Verglichen mit dem ersten Quartal 2022 werden bundesweit nahezu doppelt so viele Eigentumswohnungen und rund 140 Prozent mehr Ein- und Zweifamilienhäuser inseriert. „Das ist vor allem Ausdruck gesunkener Nachfrage und längerer Vermarktungszeiten, nicht einer entsprechend starken Zunahme des Wohnungsbestands“, hieß es in der Studie.

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