Deutsche Startups werden für Investoren immer attraktiver. Im ersten Halbjahr 2026 flossen von Wagniskapitalgebern insgesamt 5,3 Milliarden Euro in junge Unternehmen – ein Anstieg von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Erhebung der Beratungsfirma EY-Parthenon hervor.
Weniger Finanzierungsrunden, höhere Summen
Die Zahl der Transaktionen sank hingegen um elf Prozent auf 354. Das bedeutet, dass sich das Kapital auf weniger Runden konzentrierte. „Der deutliche Anstieg des investierten Kapitals ist grundsätzlich ein positives Signal für das Startup-Ökosystem“, sagte Thomas Prüver, Partner bei EY-Parthenon. Allerdings warnte er vor der zunehmenden Konzentration auf größere Unternehmen und vermeintlich sichere Wetten. „Innovation entsteht nicht nur durch einzelne Leuchtturm-Unternehmen, sondern vor allem durch eine breite und lebendige Gründerszene“, so Prüver.
Große Finanzierungsrunden dominieren
Der Anteil der Finanzierungsrunden mit einem Volumen von jeweils mehr als 50 Millionen Euro stieg im Berichtszeitraum von 55 auf 67 Prozent. Zu den Unternehmen, die sich besonders hohe Summen sichern konnten, gehören der Roboterbauer Neura Robotics, der KI-Spezialist Parloa, der Raketenbauer Isar Aerospace und Focused Energy, ein Entwickler von Fusionsreaktoren.
Drei Bundesländer mit über einer Milliarde Euro
Erstmals flossen in drei Bundesländer jeweils mehr als eine Milliarde Euro. Unternehmen aus Berlin warben insgesamt knapp 1,7 Milliarden Euro ein. Dahinter folgten Baden-Württemberg mit 1,6 Milliarden Euro und Bayern mit 1,1 Milliarden Euro.



