Die Börse läuft, viele Aktien steigen – doch genau das kann Anleger trügerisch sicher machen. Börsenprofi Carola Ferstl warnt bei „Money Mittwoch“ vor Herdentrieb, Gier und dem Versuch, den perfekten Crash-Moment zu erwischen. Quelle: BILD, 08.07.2026.
Warnsignale erkennen: Wann wird aus Euphorie Gefahr?
Ferstl betont, dass steigende Kurse oft die größte Gefahr darstellen. „Wenn alle optimistisch sind, ist die Vorsicht am geringsten“, erklärt sie. Anleger sollten besonders auf überhitzte Sektoren achten, in denen die Bewertungen jede fundamentale Rechtfertigung verloren haben. Ein typisches Warnzeichen sei das plötzliche Auftauchen von „Superstars“ aus dem Nichts, die ohne solide Gewinne hohe Kursgewinne verzeichnen.
Herdentrieb und Gier: Die psychologischen Fallen
Der Herdentrieb treibe Anleger dazu, Trends blind zu folgen, ohne die Risiken zu hinterfragen. „Gier führt dazu, dass man den perfekten Ausstiegszeitpunkt sucht, der oft nicht kommt“, warnt Ferstl. Stattdessen rät sie zu einer systematischen Strategie: „Setzen Sie vorher feste Grenzen für Gewinnmitnahmen und Verluste, und halten Sie sich daran.“
Historische Parallelen: Gefährliche Muster wie im Jahr 2000
Die aktuelle Marktsituation erinnere an die Dotcom-Blase um die Jahrtausendwende. Auch damals führten überzogene Erwartungen und eine Flut von Neuemissionen zu einem abrupten Absturz. Heute beobachte man ähnliche Muster bei KI-Unternehmen und Technologieaktien. Ferstl rät, nicht auf den großen Crash zu warten, sondern rechtzeitig umzuschichten.
Konkrete Handlungsempfehlungen für Anleger
Um das Risiko zu minimieren, empfiehlt die Expertin eine breite Diversifikation über verschiedene Branchen und Regionen. „Setzen Sie auf Substanzwerte mit soliden Bilanzen und vermeiden Sie hochspekulative Titel“, so Ferstl. Auch ein regelmäßiges Rebalancing des Portfolios helfe, emotionale Entscheidungen zu vermeiden. Wer unsicher sei, solle einen unabhängigen Finanzberater konsultieren.



