Hertha BSC hat den Abschied von Stammtorhüter Tjark Ernst offiziell bestätigt. Der 22-Jährige wechselt zu einem nicht genannten Verein, wie der Klub am Donnerstag mitteilte. Ernst war in der vergangenen Saison Stammkraft und absolvierte 32 Zweitligaspiele. Sein Vertrag bei der Alten Dame lief noch bis 2027. Über die Ablösesumme wurde Stillschweigen vereinbart.
Trainingslager mit reduziertem Kader
Am Freitag reist die Mannschaft von Cheftrainer Stefan Leitl ins Trainingslager nach Tirol. Der Kader ist aufgrund von Verletzungen und Abgängen stark ausgedünnt. Insgesamt stehen nur 18 Feldspieler zur Verfügung. Leitl zeigte sich dennoch zuversichtlich: „Wir haben eine gute Mischung aus erfahrenen Spielern und Talenten. Die Jungs sind heiß auf die Arbeit.“
Neben Ernst fehlen auch die Langzeitverletzten wie Torjäger Haris Tabakovic (Knie) und Mittelfeldspieler Fabian Reese (Sprunggelenk). Beide fallen voraussichtlich noch mehrere Wochen aus. Zudem sind einige Spieler wie Derry Scherhant und Florian Niederlechner noch im Urlaub oder haben individuelle Trainingspläne.
Warten auf Neuzugänge
Die Fans warten sehnsüchtig auf Verstärkungen. Bislang konnte Hertha noch keinen Neuzugang vermelden. Sportdirektor Benjamin Weber betonte jedoch: „Wir arbeiten intensiv an mehreren Optionen. Es wird in Kürze Bewegung geben.“ Gerüchteweise steht der Verein in Verhandlungen mit einem Torwart aus der niederländischen Eredivisie und einem Stürmer aus der 2. Bundesliga.
Weber weiter: „Wir müssen die richtigen Spieler finden, die uns sportlich und charakterlich weiterhelfen. Das braucht Zeit.“ Die Vorbereitung läuft bereits seit dem 1. Juli. Das erste Pflichtspiel der Saison bestreitet Hertha am 4. August im DFB-Pokal beim Drittligisten VfL Osnabrück.
Ernst-Transfer bringt Bewegung
Der Verkauf von Ernst bringt nicht nur finanzielle Mittel, sondern auch Planungssicherheit. Die Ablöse soll im niedrigen Millionenbereich liegen. Hertha hat damit mehr Spielraum auf dem Transfermarkt. Leitl: „Tjark war ein wichtiger Spieler für uns, aber wir haben mit Marius Gersbeck und Nils-Jonathan Körber zwei gute Torhüter im Kader. Wir sind gut aufgestellt.“
Gersbeck, 28, ist der designierte Nachfolger. Er kam im Sommer 2023 vom VfL Wolfsburg und absolvierte bislang 18 Pflichtspiele für Hertha. Körber, 25, ist der dritte Torwart und soll sich weiterentwickeln.
Blick nach vorn
Trotz der personellen Engpässe ist die Stimmung im Team positiv. Kapitän Toni Leistner sagte: „Wir haben eine eingeschworene Truppe. Die Neuen werden uns sicher verstärken, aber auch so sind wir konkurrenzfähig.“ Das Trainingslager in Tirol dauert bis zum 24. Juli. Dort bestreitet Hertha zwei Testspiele gegen den FC Wacker Innsbruck und den TSV 1860 München.
Die Fans hoffen, dass bis dahin die ersten Neuzugänge vorgestellt werden. Weber ließ durchblicken: „Wir sind zuversichtlich, dass wir in den nächsten Tagen Vollzug melden können.“ Bis dahin heißt es in Berlin: Abwarten und Tee trinken – oder besser: Trainieren und Schwitzen.



