Tankrabatt endet am 30. Juni: Sorge vor neuer Belastungswelle in Berlin
Tankrabatt endet: Sorge vor neuer Belastungswelle

Am 1. Juli endet die zweimonatige Steuersenkung auf Kraftstoffe. Mit Energiesteuer und Mehrwertsteuer steigen in der Nacht zum Mittwoch die Preise für Diesel und Benzin um je 17 Cent pro Liter. Damit wächst bei Berliner Unternehmen die Sorge um eine neue Belastungswelle.

12-Uhr-Regel sorgt für einmalige Sondersituation

Weiterhin gilt die im April eingeführte 12-Uhr-Regel. Dadurch besteht für Tankstellen nur noch einmal pro Tag die Möglichkeit, die Preise anzuheben. „Infolgedessen wird am 1. Juli mittags eine besondere Situation eintreten, weil die Steueranpassung, die dann bereits seit Mitternacht gilt, einmalig und zusätzlich zur 12-Uhr-Anpassung hinzukommt“, erklärt der Wirtschaftsverband Fuels und Energie.

Firmen und Fahrer von Verbrenner-Fahrzeugen, die noch günstiger tanken wollen, sollten es möglichst früh am Dienstag tun. Der Bundesverband der Freien Tankstellen (BFT) betonte, dass die mittelständischen Tankstellen den Rabatt vollständig an ihre Kunden weitergegeben hätten. Zuvor hatte es Berichte gegeben, dass dies beim Diesel nicht der Fall gewesen sei. Der Verband warnt vor „Vorzieheffekten“, da viele Verbraucher noch zum niedrigeren Steuersatz tanken wollen.

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Probleme beim Wiedereintritt des höheren Steuersatzes

Beim Wiedereintritt des höheren Steuersatzes könnte es Probleme geben, warnte der Verband. Man könne die Preise wegen der 12-Uhr-Regel „nicht jederzeit unmittelbar anpassen“. Auch dann bleibe „ein Teil des Effekts zunächst bei den Betrieben hängen“. Der BFT kritisierte, dies sei „keine saubere Krisenpolitik, sondern eine Entlastung mit erheblichen Umsetzungsrisiken für den Mittelstand“. Außerdem entscheide jede BFT-Tankstelle einzeln, wie sie Kraftstoffe bepreise. Verbandschef Carsten Müller: „Wenn der Staat Kraftstoffpreise politisch senken will, muss er die Realität der Lieferkette mitregeln: Stichtage, Altbestände, Weitergabe, Logistik und Versorgungssicherheit. Sonst entsteht der politische Eindruck einer einfachen Entlastung, während die operative Last bei den mittelständischen Tankstellen landet.“

IHK-Umfrage: Hälfte der Berliner Unternehmen hat Fahrten reduziert

Laut einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer Berlin haben wegen der hohen Spritpreise die Hälfte der Unternehmen in Berlin bereits Fahrten reduziert und optimiert. Über ein Drittel gab die Kosten zumindest teilweise an Kunden weiter. Nur ein Fünftel hat keine besonderen Maßnahmen ergriffen, was laut der IHK auf begrenzte Handlungsspielräume deutet.

IHK warnt vor Belastung von Logistik, Industrie und dienstleistungsnahen Branchen

Den Tankrabatt haben die IHK-Mitglieder „durchaus als wichtiges Instrument zur Abfederung von Preisspitzen wahrgenommen“. Doch die Sorge ist groß, dass jetzt eine erneute Belastungswelle kommt, „die insbesondere Logistik, Industrie und dienstleistungsnahe Branchen in der Hauptstadtregion unmittelbar trifft“, so IHK-Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner. Viele Berliner Firmen hätten ihre Transport- und Lieferabläufe bereits optimiert, es sei „kaum noch Spielraum zum Sparen“.

Mittelfristiger Wandel: Investitionen in alternative Antriebe

Mittelfristig deutet sich ein Wandel an, denn jede vierte Firma investiert bereits in die Umstellung auf alternative Antriebe wie Elektrofahrzeuge, Wasserstoff oder Biokraftstoffe. Jeder achte Betrieb will seine Fahrzeuge erneuern oder effizienter gestalten. Auch eine Verlagerung – etwa von der Straße auf die Schiene – spielt für jede fünfte Firma eine Rolle.

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