Die Konjunkturerwartungen für die deutsche Wirtschaft haben sich im Juli überraschend stark verbessert. Das Barometer des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) stieg um 15,8 Zähler auf 26,3 Punkte, wie das Institut am Dienstag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Anstieg auf 17,5 Punkte gerechnet.
Reformpaket zeigt Wirkung
„Das Reformpaket scheint Wirkung zu zeigen – insbesondere die exportorientierten Sektoren sowie die Binnennachfrage verzeichnen stabile Zuwächse“, kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach das Ergebnis. Die Umfrage unter 185 Investoren und Analysten spiegelt die Erwartungen für die kommenden sechs Monate wider.
Wambach fügte jedoch warnend hinzu: „Die Entwicklung des Iran-Konflikts und des Ölpreises bleibt dennoch ein zentraler Unsicherheitsfaktor für die Erholung Deutschlands.“ Der wiederaufgeflammte Konflikt zwischen den USA und dem Iran sorgt weiterhin für Verunsicherung an den Märkten.
Lageeinschätzung bleibt pessimistisch
Die aktuelle konjunkturelle Lage bewerten die Finanzexperten weiterhin sehr pessimistisch. Das Lagebarometer stieg zwar um 3,4 Zähler auf minus 77,6 Punkte, verharrt aber auf einem sehr niedrigen Niveau. Dies zeigt, dass die wirtschaftliche Gegenwart trotz besserer Aussichten angespannt bleibt.
Die deutsche Wirtschaft war im ersten Quartal 2026 um 0,3 Prozent gewachsen, getragen von steigenden privaten und staatlichen Konsumausgaben. Das Finanzpaket der Bundesregierung und die angekündigten Strukturreformen könnten im weiteren Jahresverlauf zusätzliche Impulse liefern. Dennoch belasten geopolitische Risiken die Erholung.



