Milliardenprojekt im Zeitplan: Deutschlands größtes ICE-Werk entsteht in Cottbus
Deutschlands größtes und modernstes ICE-Instandhaltungswerk nimmt in Cottbus konkrete Formen an. Die Bauarbeiten befinden sich auf der Zielgerade, wie Gesamtprojektleiter Carsten Burmeister bei einem aktuellen Rundgang verkündete. „Es beginnen die letzten zwölf Monate der Bauzeit“, so Burmeister, der sich zuversichtlich zeigt, das Werk planmäßig fertigzustellen. Ab Februar 2027 rollen die ersten ICE 4-Züge zur Wartung in die neue Anlage.
Bahn stolz auf Fortschritt und innovative Bauweise
Über den Baufortschritt äußerte sich der Projektleiter mit Stolz. Bereits wurde eine erste Halle eröffnet, während die zweite Anfang 2027 fertiggestellt wird. Bis zu 1.200 Mitarbeiter werden dann am Standort beschäftigt sein. Cottbus erweist sich als idealer Standort dank eines guten Arbeitsmarktes, verfügbarer Flächen und des Kohle-Strukturwandels.
Ein besonderer Kniff sorgt dafür, dass der Zeitplan so gut eingehalten wird: ein sogenannter Allianzvertrag zwischen Planern und ausführenden Bauunternehmen. Dieser garantiert eine bessere Abstimmung und einen reibungslosen Ablauf aus einem Guss. Die Kosten für dieses Mega-Projekt belaufen sich auf rund eine Milliarde Euro.
Komplette Züge rollen ins Werk für umfangreiche Wartung
Im noch fertigzustellenden Gebäude startet 2027 die umfangreichere der beiden schweren Instandhaltungsstufen für den ICE 4 – die sogenannte IS 700. Dabei werden laut Bahn unter anderem Türen, Kupplungen, Stromabnehmer und Bremsen überprüft und gewartet.
Die 526 Meter lange und 200 Meter breite Wartungshalle kann komplette ICE-Züge aufnehmen. Anders als bei der kleineren Wartungsstufe werden die Wagen dann auseinandergekoppelt. Auch die Klimaanlage wird ausgetauscht. Die IS 700 ist fällig, wenn ein Zug etwa 3,3 Millionen Kilometer gefahren ist. Die Wagen erhalten dabei auch einen neuen Lack.
Erste Halle bereits in Betrieb und wirtschaftliche Vorteile
In der bereits eröffneten Wartungshalle laufen seit Anfang 2025 die Wartungsarbeiten nach IS 600 – der leichteren Instandhaltungsstufe. Nach rund 1,6 Millionen Kilometern steht die IS 600 an.
„Künftig kommen alle ICE 4 der DB für ihre großen Checks nach Cottbus, die Instandhaltung hier wird schneller und wirtschaftlicher“, sagte der Projektleiter. Die IS 700 wird in Cottbus nach Bahn-Angaben rund drei Wochen dauern – halb so lang wie an anderen Standorten. 137 ICE 4 bilden das Rückgrat im DB-Fernverkehr – mehr als jeder andere Zugtyp.



