Robuste Piwi-Rebsorten legen in Deutschland um zehn Prozent zu
Robuste Piwi-Rebsorten legen in Deutschland um zehn Prozent zu

Die Winzer in Deutschland setzen verstärkt auf pilzwiderstandsfähige Rebsorten, sogenannte Piwis. Nach Angaben des Deutschen Weininstituts (DWI) ist die Anbaufläche dieser robusten Reben im Jahr 2025 um zehn Prozent auf rund 4.000 Hektar gestiegen. Dies entspricht einem Anteil von vier Prozent am deutschen Weinbau, nach 3,5 Prozent im Vorjahr.

Die weiße Sorte Souvignier Gris verzeichnete 2025 den höchsten Flächenzuwachs aller Rebsorten in Deutschland. Mit einem Plus von 170 Hektar erreichte sie eine Gesamtfläche von 766 Hektar und ist damit die wichtigste weiße Piwi-Sorte. Auf den weiteren Plätzen folgen Cabernet Blanc mit 356 Hektar und Sauvignac mit rund 250 Hektar.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 40 verschiedene Piwi-Sorten angebaut, viele davon noch im Versuchsstadium. Die neuesten Generationen dieser Sorten besitzen laut DWI-Sprecher Ernst Büscher eine noch stärkere Widerstandskraft gegen Pilzkrankheiten. Die Züchtung einer neuen Sorte ist zeitaufwendig: Souvignier Gris wurde 1983 in Freiburg gezüchtet und erhielt erst 2013 die Zulassung für den Qualitätsweinanbau.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Geschmacklich haben sich die Weine der neuen weißen Rebsorten weiterentwickelt und sind von konventionellen Weinen kaum noch zu unterscheiden. Auch robuste rote Rebsorten wie Cabernet Cortis (88 Hektar) und Satin Noir (60 Hektar) bringen kraftvolle, samtige Rotweine hervor. Viele Betriebe verzichten auf die Sortenangabe auf dem Etikett, um Verbraucher nicht zu überfordern, und vermarkten die Weine als Cuvée.

Besonders beliebt sind Piwi-Sorten im Norden Deutschlands, wo seit 2016 Neuanpflanzungen außerhalb der 13 traditionellen Anbaugebiete möglich sind. Dort gibt es mittlerweile über 200 Hektar Weinberge. Ein großer Teil des Pflanzguts wird exportiert, unter anderem nach Frankreich.

Die gesamte Rebfläche in Deutschland sank 2025 um ein Prozent auf rund 102.000 Hektar, was dem Niveau von 2007 entspricht. Rote Sorten waren mit einem Rückgang von 791 Hektar stärker betroffen als Weißweine (minus 539 Hektar). Die größten Flächenverluste verzeichneten Württemberg und Baden, während Saale-Unstrut einen Zuwachs von zehn Hektar verbuchte.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration