Getty Images hat die geplante Fusion mit dem Konkurrenten Shutterstock endgültig abgesagt. Wie die Bildagentur am Dienstag mitteilte, seien die Auflagen der britischen Wettbewerbsbehörde Competition and Markets Authority (CMA) der Grund für den Abbruch des Vorhabens. Die Behörde hatte den Zusammenschluss im Mai nur unter der Bedingung genehmigt, dass Shutterstock sein redaktionelles Geschäft veräußert, um Wettbewerbsbedenken im Bereich der Nachrichtenbilder in Großbritannien auszuräumen. Getty Images lehnte diese Bedingung ab, woraufhin die Fusion endgültig scheiterte.
Reaktionen an der Börse: Getty-Aktie legt deutlich zu
Die Ankündigung des Fusionsabbruchs führte zu deutlichen Kursbewegungen. Die Aktien von Getty Images stiegen im nachbörslichen Handel um rund 26 Prozent auf 1,08 Dollar. Im Gegensatz dazu gaben die Papiere von Shutterstock um etwa 14 Prozent auf zwölf Dollar nach. Die unterschiedliche Reaktion spiegelt die Erwartungen der Anleger wider: Während Getty Images als Gewinner aus der gescheiterten Fusion hervorgeht, da es keine Auflagen erfüllen musste, wird Shutterstock durch die notwendige Veräußerung seines redaktionellen Geschäfts belastet.
Hintergrund der geplanten Fusion
Die beiden Schwergewichte der Bildlizenz-Branche hatten das Fusionsvorhaben im Januar des vergangenen Jahres angekündigt. Ziel war es, einen gemeinsamen Anbieter mit einem geschätzten Wert von 3,7 Milliarden Dollar zu schaffen. Das fusionierte Unternehmen sollte besser für das Zeitalter der Künstlichen Intelligenz (KI) gerüstet sein, da KI-generierte und KI-bearbeitete Bilder zunehmend an Bedeutung gewinnen. Die Wettbewerbsbehörden weltweit warnen vor den Risiken KI-manipulierter Bilder, was die Bedeutung eines starken, vertrauenswürdigen Bildanbieters unterstreicht.
Bedenken der Wettbewerbsbehörde
Die CMA hatte insbesondere Bedenken hinsichtlich des Angebots an Nachrichteninhalten in Großbritannien. Durch die Fusion hätten Getty Images und Shutterstock einen zu großen Marktanteil im Bereich redaktioneller Bilder erlangt, was den Wettbewerb eingeschränkt hätte. Die Auflage, das redaktionelle Geschäft zu verkaufen, sollte diese Bedenken ausräumen. Doch Getty Images war nicht bereit, diese Bedingung zu akzeptieren, was letztlich zum Scheitern der Fusion führte.



