Die Internationale Energieagentur (IEA) hat vor einer drohenden Kerosin-Knappheit in Europa gewarnt. IEA-Chef Fatih Birol erklärte, die Vorräte reichten möglicherweise nur noch für etwa sechs Wochen. Grund ist die Blockade der Straße von Hormus, die den Transport von Rohöl und Treibstoff massiv behindert.
Birol sprach von der „größten Energiekrise, mit der wir je konfrontiert waren“. Sollte die Meerenge weiterhin blockiert bleiben, müssten bald Flüge gestrichen werden. Die Auswirkungen könnten besonders Asien treffen, aber auch Europa und die USA seien betroffen.
Der Ökonom Claudio Galimberti von Rystad Energy warnte, die Situation könne innerhalb von drei bis vier Wochen systemisch werden. Bereits im Mai und Juni seien erhebliche Flugkürzungen möglich. Ersten Berichten zufolge wurden schon Flüge wegen Kerosinmangels gestrichen.
Der europäische Flughafenverband ACI Europe hatte die EU-Kommission bereits Ende April gewarnt, dass ab Anfang Mai eine Kerosinknappheit eintreten könnte. Dies gefährde die Sommerreisesaison. Die EU-Kommission versucht zu beruhigen, räumte aber Versorgungsengpässe bei Flugkraftstoffen ein.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sieht in Deutschland derzeit keine Knappheit. Kerosin werde auch in deutschen Raffinerien produziert, die Wirtschaft sei nicht nur von Importen abhängig. Dennoch fordern Fluggesellschaften wie die Lufthansa von der EU Echtzeitinformationen über Treibstoffvorräte an Flughäfen.



