KNDS-Börsengang: Investoren halten Bewertung von über 12 Mrd Euro für zu hoch
KNDS-Börsengang: Investoren zweifeln an Bewertung

Investoren zweifeln an Milliardenbewertung

Der geplante Börsengang des deutsch-französischen Rüstungskonzerns KNDS steht auf der Kippe. Wie die „Financial Times“ (FT) am Dienstag berichtete, zeigen sich potenzielle Investoren nicht überzeugt von den Preisvorstellungen der Alteigentümer. Der Panzerbauer, der unter anderem den Leopard 2 herstellt, strebt eine Unternehmensbewertung von über zwölf Milliarden Euro an, doch viele Investoren halten dies für überzogen.

Nach Angaben der FT, die sich auf mit der Lage vertraute Personen beruft, haben einige Investoren in Vorgesprächen deutlich gemacht, dass sie den Wert des Unternehmens bei dem für Juli geplanten Börsengang für niedriger halten. Konkret rechnen sie mit einer Bewertung unter der Zwölf-Milliarden-Euro-Marke. Dies gefährde den Gang an die Börse, der womöglich verschoben werden könnte.

Familienaktionär pocht auf hohe Bewertung

Ein zentraler Punkt ist die Haltung des wichtigsten deutschen Familien-Anteilseigners von KNDS, der 50 Prozent der Anteile hält. Laut Insidern machte dieser klar, dass er einen Börsengang bei einer Bewertung unter 12,5 Milliarden Euro nicht durchführen werde. Zu Beginn des Jahres war sogar noch eine Bewertung zwischen 18 und 20 Milliarden Euro im Gespräch gewesen, was die Erwartungen der Eigentümer verdeutlicht.

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Die Differenz zwischen den Vorstellungen der Alteigentümer und der Einschätzung der Investoren ist erheblich. Während die Eigentümer auf hohen Preisvorstellungen beharren, sehen die Investoren das Unternehmen niedriger bewertet. Dies hat zu Zweifeln an der Durchführbarkeit des Börsengangs geführt.

Weitere Gespräche in der kommenden Woche

In der kommenden Woche sind weitere Gespräche zwischen KNDS und den Investoren geplant. Danach wird erwartet, dass sich das Unternehmen abschließend zu seinem Börsengang äußert. Die Insider wiesen jedoch darauf hin, dass KNDS weiterhin hoffe, genug Investoren überzeugen zu können. Sie betonten, dass Investoren in den Vorgesprächen Anreize hätten, auf niedrige Preise zu drängen, sich aber dennoch zu einer Investition mit einer höheren Bewertung verpflichten könnten.

KNDS selbst hat sich zu den internen Vorgängen gegenüber der FT bisher nicht geäußert. Der Börsengang des Rüstungskonzerns wird seit Monaten vorbereitet und gilt als einer der wichtigsten in Deutschland in diesem Jahr. Der Ausgang der Gespräche wird mit Spannung erwartet.

Hintergrund: KNDS und der Rüstungsmarkt

KNDS entstand 2015 aus der Fusion der deutschen Krauss-Maffei Wegmann und der französischen Nexter Systems. Das Unternehmen ist einer der weltweit führenden Hersteller von militärischen Fahrzeugen, darunter Kampfpanzer, Artilleriesysteme und gepanzerte Fahrzeuge. Der Börsengang sollte dem Unternehmen frische Mittel für Investitionen und Wachstum verschaffen, insbesondere vor dem Hintergrund der gestiegenen Verteidigungsausgaben in Europa.

Bereits im Mai hatte die Bundesregierung mitgeteilt, dass sie sich mit den Eigentümerfamilien auf einen Einstieg bei KNDS geeinigt habe. Die genauen Modalitäten waren jedoch nicht bekannt. Der Börsengang wird nun durch die unterschiedlichen Bewertungsvorstellungen erschwert.

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