Bonn – Der gelbe Riese kämpft weiter mit seinen Pflichtstandorten – und kommt doch nur langsam voran! Zwar wird es besser, aber noch immer fehlen in Deutschland 130 vorgeschriebene Postfilialen. Das teilte die Bundesnetzagentur Mitte April mit. Immerhin: Im September 2025 waren es noch 160.
Doch warum gibt es überhaupt diese Lücken? Die Post verweist auf ein bekanntes Problem: das Sterben der Läden auf dem Land. Eine Firmensprecherin erklärt: Mancherorts mache das letzte Geschäft zu und es gebe kein anderes Geschäft mehr, das einen Postschalter haben könnte. Trotzdem gibt man sich kämpferisch: Man arbeite intensiv an Lösungen und es handele sich nur um vorübergehende Lücken.
Klar ist: Die Regeln sind streng. In Dörfern mit mehr als 2000 Einwohnern muss es eine Filiale geben. In Städten dürfen zwischen zwei Filialen höchstens zwei Kilometer liegen. Das Problem: Gerade dort, wo sie gebraucht werden, verschwinden die Partner. Supermärkte, Kioske, kleine Läden – viele geben auf. Und mit ihnen verschwindet oft auch der Postschalter.
Der Gesetzgeber hat reagiert – und die Regeln gelockert. Seit vergangenem Jahr gelten auch Automaten als Filiale. Die sogenannten Poststationen bieten fast alles: Marken kaufen, Pakete verschicken, abholen – sogar Videoberatung gibt’s. Die Post setzt große Hoffnungen darauf. „Poststationen sichern die postalische Versorgung dort, wo wir keine Filialpartner mehr finden – und stoßen bei Kommunen sowie bei Bürgerinnen und Bürgern auf breite Zustimmung“, so die Sprecherin.
Doch der Ausbau stockt: 846 Anträge wurden gestellt, aber bis Ende März nur 137 genehmigt. Viele hängen noch in der Warteschleife. Immerhin: Fast alle neuen Stationen entstehen genau dort, wo vorher eine Filiale fehlte.



