Berliner Luxushotel Adlon: Verkauf für 280 Millionen Euro geplant
Adlon Berlin: Verkauf für 280 Millionen Euro geplant

Das legendäre Hotel Adlon in Berlin soll für mindestens 280 Millionen Euro verkauft werden. Das bestätigte die Immobiliengesellschaft Jagdfeld auf Anfrage. Das Luxushotel am Pariser Platz gehört zum Fundus-Fonds 31, der von Jagdfeld gemanagt wird. Rund 4.000 Eigentümer, überwiegend Privatanleger, müssen dem Verkauf noch zustimmen.

Anleger entscheiden über Zukunft des Adlon

Laut einem Bericht der „Immobilien-Zeitung“ (IZ) schlägt die Fondsgesellschaft den Gesellschaftern eine Liquidation des Fonds mit einem Mindestverkaufspreis von 280 Millionen Euro vor. Die Abstimmung läuft bereits und benötigt eine Mehrheit von 75 Prozent der abgegebenen Stimmen. Jagdfeld begründet den Schritt mit dem Wunsch der Anleger: „Mit dem angestrebten Verkauf kommen wir dem Wunsch der Anlegerinnen und Anleger am besten nach und sind so in der Lage, den höchstmöglichen Preis zu erzielen“, teilte das Unternehmen mit. Man sei in der komfortablen Position, „frei und aus eigenen Stücken diesen Weg gehen und Deutschlands berühmtestes Hotel in neue Hände geben zu können“.

Geschichte des Adlon: Von der Kaiserzeit bis heute

Das erste Adlon wurde im Oktober 1907 nach zweijähriger Bauzeit eröffnet. Kaiser Wilhelm II. legte beim Spatenstich selbst Hand an und übernahm die Eröffnung. Das Hotel kostete 20 Millionen Goldmark und galt bald als eines der schönsten der Welt. Charlie Chaplin übernachtete hier, Greta Garbo drehte im Adlon für den Film „Grand Hotel“, und Albert Einstein winkte von seinem Zimmer aus den Passanten zu.

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1945, kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs, wurde das Hotel durch einen Brand zerstört. Nur ein Wirtschaftsgebäude blieb erhalten, in dem zu DDR-Zeiten die Handelsorganisation HO ein Hotel gleichen Namens betrieb. Das weltweit bekannte Grandhotel schien Geschichte zu sein.

Wiedereröffnung 1997 und prominente Gäste

Umso größer war die Aufmerksamkeit, als das Fünf-Sterne-Hotel nach dem Vorbild seines legendären Vorgängers am selben Ort für 435 Millionen Mark wiedererbaut und im August 1997 eröffnet wurde. Bundespräsident Roman Herzog durchtrennte das Band beim offiziellen Festakt, zu dem 1.000 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur kamen.

Seitdem ist das Adlon wieder die erste Adresse für namhafte Gäste, insbesondere bei Staatsbesuchen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan übernachtete hier, US-Präsident Barack Obama gleich mehrfach. König Charles III. und Königin Camilla wohnten in der Royal Suite, ebenso wie zuvor Königin Elizabeth II. Auch zahlungskräftige Privatgäste schätzen das Hotel, besonders zu Silvester wegen des Blicks auf das Feuerwerk am Brandenburger Tor.

Was ein Verkauf für Gäste bedeutet

Für die Gäste des Adlon ändert sich durch einen möglichen Verkauf vorerst nichts. Mit dem Hotelbetreiber Kempinski besteht ein Pachtvertrag bis Ende 2032. Sollte der Verkauf beschlossen werden, werde ein strukturiertes Bieterverfahren mit einem internationalen Makler durchgeführt, heißt es in dem Bericht.

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