Im Spätsommer häufen sich Fälle, in denen Fledermäuse in Wohnungen geraten – oft durch gekippte Fenster. Der Naturschutzbund (NABU) warnt eindringlich vor den Gefahren, die von Kippfenstern ausgehen. „Junge Fledermäuse, die jetzt auf der Suche nach neuen Quartieren sind, verirren sich häufig in Wohnungen und finden ohne Hilfe nicht wieder heraus“, erklärt ein NABU-Sprecher. Die Tiere können sich an den scharfen Kanten verletzen oder in Panik geraten.
Warum Kippfenster zur Falle werden
Fledermäuse orientieren sich mit Ultraschall, können jedoch glatte Glasflächen nicht wahrnehmen. Ein gekipptes Fenster bietet einen schmalen Spalt, durch den die Tiere hineinschlüpfen, aber den Ausgang nicht mehr finden. Im Gegensatz zu voll geöffneten Fenstern, durch die sie meist schnell wieder hinausfinden, führt der Kippspalt in eine Sackgasse. Besonders betroffen sind Jungtiere, die im Spätsommer ihre Quartiere verlassen und auf der Suche nach Unterschlupf sind.
So helfen Sie Fledermäusen richtig
Der NABU empfiehlt, bei gekippten Fenstern nachts das Licht auszuschalten und das Fenster vollständig zu öffnen, damit das Tier einen freien Flugweg hat. „Oft fliegen die Tiere von selbst wieder hinaus, wenn man ihnen eine Chance gibt“, so der Experte. Falls das nicht klappt, sollte man ein Handtuch über das Tier legen und es vorsichtig nach draußen bringen – dabei unbedingt Handschuhe tragen, um sich vor Bissen zu schützen. Wichtig: Fledermäuse sind streng geschützt, sie dürfen nicht getötet oder verletzt werden.
Vorsicht bei Verletzungen oder Krankheit
Wenn eine Fledermaus offensichtlich verletzt ist oder am Tag herumfliegt, sollte man sie in einen Karton mit Luftlöchern setzen und einen Tierarzt oder eine Fledermausauffangstation kontaktieren. Der NABU weist darauf hin, dass Fledermäuse unter Naturschutz stehen und nicht einfach ausgesetzt werden dürfen. In vielen Städten gibt es spezielle Helfer, die sich um die Tiere kümmern.
Prävention: Kippfenster nachts schließen
Um Unfälle zu vermeiden, rät der NABU, Kippfenster in den Abend- und Nachtstunden zu schließen oder mit einem Fliegengitter zu sichern. Das schützt nicht nur Fledermäuse, sondern hält auch Insekten fern. Wer auf Durchzug angewiesen ist, kann alternativ das Fenster ganz öffnen und das Licht ausmachen, um die Tiere nicht anzulocken.
Der NABU betont, dass Fledermäuse wichtige Insektenfresser sind und bis zu 3.000 Mücken pro Nacht vertilgen können. Ihr Schutz ist daher auch für den Menschen von Nutzen. „Jede Fledermaus zählt“, so der Sprecher. Mit einfachen Maßnahmen kann jeder dazu beitragen, die bedrohten Tiere zu schützen.
Weitere Informationen und Notfallnummern finden Sie auf der Website des NABU.



