Süchtigentreff Oberhausen: Anwohner klagen über Drogen und Lärm
Süchtigentreff Oberhausen: Anwohner klagen über Drogen

In Augsburg-Oberhausen sorgt der Süchtigentreff weiterhin für Unmut. Anwohner berichten von offenem Drogenkonsum, herumliegenden Spritzen und nächtlichem Lärm. Die Stadtverwaltung bestätigt die Probleme und kündigt verstärkte Kontrollen sowie Gespräche mit den Betroffenen an. Laut einem Sprecher der Stadt Augsburg habe man bereits reagiert, doch die Situation bleibe angespannt.

Belastung für das Wohnviertel

Der Süchtigentreff in der Ulmer Straße ist seit Jahren eine Anlaufstelle für Drogenabhängige. Doch für viele Anwohner ist die Einrichtung längst zum Ärgernis geworden. „Man findet morgens oft Spritzen im Gebüsch, und nachts wird man von Streitereien wach“, berichtet ein Anwohner, der anonym bleiben möchte. Ähnliche Stimmen gibt es aus mehreren Haushalten in der Nachbarschaft. Die Polizei verzeichnete im vergangenen Jahr eine Zunahme von Einsätzen im Umfeld des Treffs.

Stadt sieht Handlungsbedarf

Die Stadtverwaltung zeigt sich nicht untätig. Bereits im Frühjahr fanden Gespräche mit Anwohnern, Sozialarbeitern und der Polizei statt. Dabei wurden Maßnahmen wie mehr Müllbehälter, bessere Beleuchtung und regelmäßige Streifengänge vereinbart. Ein Sprecher der Stadt betont: „Wir nehmen die Sorgen der Anwohner ernst und arbeiten an einer Lösung.“ Dennoch sei eine vollständige Beseitigung der Probleme kurzfristig nicht realistisch.

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Hintergrund: Suchthilfe in Augsburg

Der Süchtigentreff ist Teil des städtischen Konzepts zur Suchthilfe. Er bietet Drogenabhängigen Beratung, Übernachtungsmöglichkeiten und medizinische Versorgung. Ohne diese Einrichtung würden die Probleme vermutlich in andere Viertel verlagert, so Fachleute. Die Stadt verweist auf die Notwendigkeit, Suchtkranke nicht auszugrenzen, gleichzeitig aber die Wohnqualität der Anwohner zu erhalten.

Anwohner fordern Konsequenzen

Ein Teil der Anwohner fordert eine Verlagerung des Treffs an den Stadtrand. Andere plädieren für eine stärkere soziale Betreuung, um die Szene zu beruhigen. Die Stadt lehnt eine Verlagerung bislang ab, verweist aber auf laufende Prüfungen. Bis Ende des Jahres soll ein Bericht vorliegen, der mögliche Standortalternativen bewertet. Bis dahin will die Stadt die Maßnahmen vor Ort intensivieren.

Bilanz der Polizei

Die Polizei Augsburg verzeichnet im Bereich des Süchtigentreffs jährlich rund 200 Einsätze, ein Großteil davon wegen Drogendelikten oder Ruhestörungen. Diese Zahl sei im Vergleich zu anderen Brennpunkten moderat, aber dennoch belastend für die Anwohner. Die Polizei kündigt an, ihre Präsenz zu erhöhen und gezielt gegen Dealer vorzugehen. Gleichzeitig appelliert sie an die Bevölkerung, verdächtige Beobachtungen zu melden.

Sozialarbeit als Schlüssel

Sozialarbeiter vor Ort sehen die Ursache der Probleme in der mangelnden Perspektive der Suchtkranken. Viele seien obdachlos oder psychisch krank. Eine reine Verdrängung löse das Problem nicht. Stattdessen brauche es mehr niedrigschwellige Angebote und bezahlbaren Wohnraum. Die Stadt prüft derzeit, zusätzliche Mittel für die Suchthilfe bereitzustellen. Ein endgültiger Beschluss steht jedoch noch aus.

Ausblick

Die Diskussion um den Süchtigentreff wird die Stadt noch länger beschäftigen. Anwohner fordern schnelle Lösungen, die Stadt verweist auf den Prozess. Immerhin: Die Gespräche zwischen allen Beteiligten laufen. Ob es zu einer Verlagerung kommt, bleibt offen. Klar ist nur, dass sich etwas tun muss, um das Miteinander im Viertel zu verbessern.

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