Kurtaxe-Explosion: In 60 deutschen Urlaubsorten steigen die Gebühren massiv an
Kurtaxe-Explosion: In 60 Urlaubsorten steigen Gebühren

Kurtaxe-Explosion: In 60 deutschen Urlaubsorten steigen die Gebühren massiv an

Für Urlauber an deutschen Küsten und in Kurorten sind Zusatzkosten längst zur Normalität geworden: Die sogenannte Kurtaxe wird vor Ort fällig, mit der Gemeinden touristische Infrastruktur ausbauen sowie Instandhaltungs- und Umweltmaßnahmen finanzieren. Im Jahr 2026 werden diese Abgaben jedoch in vielen Regionen Deutschlands deutlich teurer. Eine aktuelle Analyse des Reiseportals HolidayCheck, die 390 deutsche Urlaubs- und Kurorte verglichen hat, zeigt: In rund 60 Gemeinden müssen Touristen im kommenden Jahr mehr bezahlen als noch 2025.

Wo die Gebühren am stärksten steigen

Die größte Erhöhung verzeichnet laut HolidayCheck die Gemeinde Wolfegg in Baden-Württemberg. Dort stieg die Kurabgabe von 0,80 Euro auf 1,90 Euro – ein Plus von satten 137,5 Prozent. Tamara Fischer von der „Wolfegg Information“ erklärt die Gründe: „Der Preisanstieg hängt mit der Einführung des GästePasses zusammen. Hierbei wird über einen Umlagebetrag von 1,10 Euro pro Gast die kostenfreie und unbegrenzte Nutzung aller Busse und Bahnen des Regionalverkehrs in Oberschwaben-Allgäu sowie der ausgewiesenen Verbindungen Richtung Bodensee und ins bayerische Allgäu ermöglicht.“ Diese Erhöhung gilt bereits seit Juni 2025.

Neben Wolfegg gibt es zahlreiche weitere Orte mit signifikanten Steigerungen:

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  • Bad Arolsen (Hessen): Von 1 Euro auf 2 Euro (+100%)
  • Bad Mergentheim (Baden-Württemberg): Von 1,90 Euro auf 3,50 Euro (+84,2%)
  • Bad Salzig (Rheinland-Pfalz): Von 1,50 Euro auf 2,50 Euro (+66,7%)
  • Waldbronn (Baden-Württemberg): Von 1,20 Euro auf 2 Euro (+66,7%)
  • Bad Saulgau (Baden-Württemberg): Von 2 Euro auf 3,10 Euro (+55%)
  • Bad Langensalza (Thüringen): Von 2 Euro auf 3 Euro (+50%)
  • Treuchtlingen (Bayern): Von 1 Euro auf 1,50 Euro (+50%)

Begründungen der Gemeinden für die Erhöhungen

Die höchste Tourismusabgabe ist auf Spiekeroog in der Nordsee fällig. Dort kostet der Tagesbeitrag in der Hauptsaison (15. März bis 31. Oktober) seit letztem Jahr 5,50 Euro. Geschäftsführer Ansgar Ohmes von der Nordseebad Spiekeroog GmbH erläutert: „Der Gästebeitrag ist zweckgebunden und allein zur anteiligen Kostendeckung gedacht. Wegen der gestiegenen Kosten hat sich der Gemeinderat entschlossen, den Beitrag zu erhöhen. Aber um wirklich kostendeckend zu sein, müsste der Gästebeitrag sogar über 6 Euro liegen.“

Ähnlich hoch liegen die Abgaben in Hürtgenwald (Nordrhein-Westfalen) und Wiesbaden (Hessen) mit jeweils 5 Euro sowie auf den ostfriesischen Inseln Langeoog (4,95 Euro), Norderney (4,90 Euro) und Wangerooge (4,90 Euro).

Auch auf Sylt wird der Urlaub teurer: In der Gemeinde Sylt stieg die Abgabe in der Hauptsaison um 20 Cent auf 4,10 Euro, in der Gemeinde List um 30 Cent auf 3,60 Euro. Inselsprecher Florian Korte begründet dies: „Die Kurabgabe dient der Finanzierung der touristischen Infrastruktur. Sie fließt unter anderem in die Pflege und Reinigung der Strände, die Instandhaltung der Promenaden und Strandübergänge, in öffentliche Sanitäranlagen, Badeaufsicht und Rettungsschwimmer sowie in ein vielfältiges Kultur- und Veranstaltungsangebot.“

Diese wenigen Orte senken ihre Preise

Während die meisten Gemeinden ihre Gebühren erhöhen, gibt es auch Ausnahmen. In Lindenfels im Odenwald (Hessen) zahlen Touristen mit 25 Cent pro Nacht die niedrigste Kurtaxe Deutschlands. Die Stadt Waren an der Müritz hat die Kurtaxe von 2,70 auf 2,50 Euro gesenkt. In Zinnowitz auf der Ostsee-Insel Usedom sinken die Kosten von 4,30 auf 3,70 Euro. Der Grund: Busfahrten sind in der Kurtaxe nicht mehr enthalten.

Die deutlichen Erhöhungen in vielen Urlaubsregionen zeigen, dass Gemeinden angesichts steigender Kosten verstärkt auf Touristen als Finanzierungsquelle zurückgreifen. Urlauber sollten sich daher vor ihrer Reise über die aktuellen Kurtaxen informieren, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.

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