Mannheim – Was viele befürchtet hatten, ist nun wissenschaftlich belegt: Die neue 12-Uhr-Regel hat das Tanken seit dem 1. April 2026 noch teurer gemacht. Gleichzeitig verschaffte sie der Mineralölindustrie zusätzliche Gewinne. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des ZEW Mannheim (Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung) und des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsökonomie (DICE).
Margenanstieg bei Superbenzin um 6 Cent pro Liter
Die Untersuchung zeigt: Bei Superbenzin lag die Gewinnmarge in den ersten zwei Wochen nach Einführung der Regel im Schnitt um 6 Cent pro Liter höher als in den zwei Wochen davor. Bei Diesel schwankten die Margen stark, sodass ein belastbarer Anstieg dort aktuell nicht beziffert werden kann. Studienautorin Leona Jung vom DICE fasst zusammen: „Das Maßnahmenpaket hat bisher nicht dazu geführt, das Preisniveau zu senken.“
Regionale und betriebsgrößenabhängige Unterschiede
Die Forscher stellten fest, dass die Höhe der Preisanstiege und Gewinne von Region und Tankstellengröße abhängt. Die größten Margenanstiege wurden bei kleineren Ketten und unabhängigen Anbietern gemessen, während große Ketten die geringsten Zuwächse verzeichneten.
Entlastung für Autofahrer ab Mai geplant
Ab dem 1. Mai sollen Benzin und Diesel billiger werden: Die Steuern auf beide Kraftstoffe werden bis Ende Juni um je rund 17 Cent brutto pro Liter gesenkt. Hintergrund ist der starke Anstieg der Spritpreise seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar. Trotz eines zwischenzeitlichen Rückgangs liegen die Preise noch immer weit über dem Niveau vor Kriegsausbruch.
Forderung nach Verlängerung des Tankrabatts
Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) forderte bereits vor Einführung des Rabatts eine Verlängerung, falls die Preise nicht sinken. Gegenüber „phoenix“ sagte sie: „Es ist völlig klar, dass dieser Rabatt verlängert werden muss, solange diese Preise so hoch sind.“ Eine Begrenzung auf zwei Monate könne nicht die Dauerlösung sein.



