Der europäische Flugzeugbauer Airbus rechnet in den kommenden zwei Jahrzehnten mit einem massiven Anstieg des Flugverkehrs. Bis zum Jahr 2045 soll sich die Zahl der Flugreisenden auf rund zehn Milliarden Menschen pro Jahr verdoppeln, wie das Unternehmen in seinem aktuellen globalen Marktausblick bekannt gab. Diese Prognose liegt auf einer Linie mit ähnlichen Schätzungen des Welt-Airline-Verbandes IATA.
42.000 neue Flugzeuge bis 2045 erwartet
Um die steigende Nachfrage zu bedienen, sieht Airbus einen Bedarf von mehr als 42.000 neuen Flugzeugen. Davon würden knapp die Hälfte – etwa 22.000 Maschinen – als Ersatz für ausgemusterte Jets benötigt, während die andere Hälfte für das zusätzliche Wachstum erforderlich sei. Rund 19 Prozent der neu ausgelieferten Flugzeuge sollen demnach Großraumflugzeuge sein. Besonders gefragt bleiben sparsame Kurz- und Mittelstreckenjets wie die Modelle A220 und A321XLR. Airbus verweist in diesem Zusammenhang auf das eigene Auftragsbuch mit mehr als 9.000 bestellten Maschinen.
Indien als Wachstumsmotor, China schwächelt
Das stärkste Wachstum erwartet Airbus weiterhin in Indien. Die Prognose für das jährliche Passagierwachstum des Landes wurde von 8,9 auf 9,1 Prozent angehoben. In China hingegen revidierte der Konzern seine Erwartung nach unten: Statt 5,4 Prozent Wachstum werde der Markt nur noch um 4,7 Prozent zulegen. Als Treiber der Nachfrage nennt Airbus Urbanisierung, Wirtschaftswachstum und eine wachsende Mittelschicht. Da vor allem kleinere Städte statt der Metropolen wüchsen, werde der Luftverkehr künftig dezentraler organisiert. Es entstünden neue Verbindungen zwischen mittelgroßen Städten abseits der großen Drehkreuze.
Frühere Fehlprognosen: A380 eingestellt
Mit seinen Prognosen lag Airbus in der Vergangenheit jedoch nicht immer richtig. Vor zehn Jahren hatte der Konzern dem eigenen Großraumflugzeug A380 mit Verweis auf die wachsende Zahl von „Mega-Cities“ eine große Zukunft vorausgesagt. Inzwischen wird der „Super-Jumbo“ mangels Nachfrage nicht mehr produziert. Die aktuelle Prognose zeigt, dass Airbus nun verstärkt auf effizientere Mittelstreckenjets setzt.



