Bahn zieht sich aus Digitalgeschäft zurück: Start-up-Verluste
Bahn beendet Digitalgeschäft: Start-up-Verluste zwingen zum Rückzug

Rückzug aus dem Digitalgeschäft: Wie die Deutsche Bahn mit ihren Start-ups baden ging

Die Deutsche Bahn hat viel Geld in Start-ups investiert. Doch die machen überwiegend Verluste. Bahnchefin Palla will sich nun möglichst schnell aus dem risikoreichen Geschäft zurückziehen.

Ein ambitionierter Start mit großen Versprechungen

Als die Deutsche Bahn 2016 ihren Beteiligungsarm Digital Ventures gründete, klang es nach Aufbruch. Der damalige Bahnchef Rüdiger Grube verkündete vollmundig, der Staatskonzern werde allein in den ersten beiden Jahren eine Milliarde Euro in Digitalisierungsprojekte stecken – zusätzlich 50 Millionen Euro als Wagniskapital für Start-ups. Zehn Jahre später ist von diesem Aufbruch wenig übrig.

Die einst gefeierte Initiative hat sich als finanzielles Desaster erwiesen. Von den insgesamt rund 30 Beteiligungen erwirtschaften nur wenige Gewinne. Die meisten Start-ups schreiben rote Zahlen oder sind bereits insolvent. Insgesamt summierten sich die Verluste auf mehrere hundert Millionen Euro.

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Warum die Strategie scheiterte

Die Gründe für das Scheitern sind vielfältig. Experten kritisieren, dass die Bahn zu wenig Know-how im Bereich junger Technologiefirmen hatte. Zudem seien viele der geförderten Ideen zu weit vom Kerngeschäft entfernt gewesen. Statt auf Synergien zu setzen, habe man oft isolierte Projekte vorangetrieben.

Ein weiteres Problem: Die Start-ups waren zu stark von der Bahn abhängig. Sie konnten kaum externe Kunden gewinnen, weil sie als Teil des Staatskonzerns nicht als unabhängig galten. Das schreckte potenzielle Investoren und Partner ab.

Der Rückzug unter neuer Führung

Bahnchefin Palla, die das Amt im vergangenen Jahr übernahm, zog nun die Notbremse. Sie ordnete an, die Digital Ventures so schnell wie möglich abzuwickeln oder zu verkaufen. Nur noch wenige vielversprechende Beteiligungen sollen bleiben. Der Fokus liegt künftig wieder auf dem Kerngeschäft: Schiene und Personenverkehr.

Der Rückzug ist auch eine Reaktion auf den wachsenden Druck von Politik und Öffentlichkeit. Die Bahn steht ohnehin in der Kritik wegen Verspätungen, Sanierungsstaus und hoher Schulden. Da passten die Verluste aus dem Digitalgeschäft schlecht ins Bild.

Was bleibt von der Digitaloffensive?

Einige wenige Beteiligungen könnten sich als erfolgreich erweisen. Dazu zählt etwa eine App für die Buchung von Nahverkehrstickets, die auch von anderen Verkehrsverbünden genutzt wird. Doch insgesamt überwiegt die Enttäuschung. Die Bahn hat viel Geld verbrannt, ohne nachhaltige digitale Innovationen hervorzubringen.

Die Lehre für andere Staatskonzerne: Wer in Start-ups investiert, braucht nicht nur Geld, sondern auch Geduld und die richtige Expertise. Und er muss bereit sein, auch mal loszulassen.

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