Bahn-Chefin Palla: Neue Strategie mit realistischen Zielen bis 2035
Bahn-Chefin Palla: Neue Strategie mit realistischen Zielen

Die Deutsche Bahn (DB) verfolgt einen neuen Kurs: Statt unerreichbarer Versprechen setzt der Staatskonzern nun auf realistische Ziele. Bahn-Chefin Evelyn Palla gab am Mittwoch nach einer Aufsichtsratssitzung die neue Konzernstrategie bekannt. Kern der Neuausrichtung ist ein Drei-Phasen-Plan, der die Sanierung des maroden Schienennetzes und eine deutliche Verbesserung der Servicequalität für die Fahrgäste bis 2035 vorsieht. Bereits für das laufende Jahr strebt die DB ein positives Ergebnis nach Steuern an.

Drei Phasen des Umbaus

Die erste Phase läuft bereits 2025 und legt die Grundlage für die gesamte Neuausrichtung. In der zweiten Phase von 2027 bis 2030 steht die Sanierung des Schienennetzes im Mittelpunkt. Die dritte Phase bis 2035 soll den Abschluss des „Sanierungsmarathons“ bringen: Dann sollen die Fahrgäste deutliche Verbesserungen bei Qualität und Pünktlichkeit spüren. Die Fernverkehrspünktlichkeit soll in den 2030er Jahren wieder 80 Prozent oder mehr erreichen – ein Ziel, das die Bahn in den vergangenen Jahren deutlich verfehlt hat.

Radikaler Stellenabbau in der Zentrale

Die Neuaufstellung sieht eine drastische Verschlankung der Konzernzentrale vor. Bereits Anfang 2025 wurde bekannt, dass von rund 3.500 Stellen in der Konzernleitung etwa 30 Prozent gestrichen werden sollen. „Ziel ist, in den nächsten Jahren eine leistungsfähige Bahn aufzubauen“, hieß es in der Mitteilung. Die regionale Führungsebene erhält mehr Verantwortung: Die Manager vor Ort sind künftig für die Qualität des Verkehrs zuständig und müssen die Kennzahlen einhalten. Eine zentrale Steuerungseinheit bleibt bestehen, doch die Wege zur Zielerreichung sind den Regionen freigestellt.

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Finanzziele und operative Verbesserung

Die DB erwartet, dass sich das operative Ergebnis bis 2030 um über eine Milliarde Euro auf 1,7 Milliarden Euro verbessert. Bereits 2025 soll erstmals seit Jahren ein positives Jahresergebnis nach Steuern erzielt werden. Priorität haben künftig Verlässlichkeit, betriebliche Qualität und wirtschaftliche Tragfähigkeit. „Wir verabschieden uns von unerreichbaren Versprechen. Wir setzen auf realistische Ziele und Fakten“, sagte Palla.

Hintergrund: Krise und Fahrgastzahlen

Die Bahn steckt seit Jahren in einer tiefen Krise. Schlechte Pünktlichkeitswerte und eine marode Infrastruktur haben zu Frust bei Fahrgästen und in der Branche geführt. Gleichzeitig steigt die Nachfrage: Das Interesse an Bahnreisen ist groß. Palla hatte bereits kurz nach ihrem Amtsantritt einen tiefgreifenden Konzernumbau angekündigt. Mit der neuen Strategie will sie die Wende schaffen – weg von überzogenen Zielen, hin zu einer nachhaltigen Sanierung.

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