Bahn-Pünktlichkeit im Juli erneut mau: Nur 52,6 Prozent pünktlich
Bahn-Pünktlichkeit im Juli weiterhin gering

Die Pünktlichkeitsquote im Fernverkehr der Deutschen Bahn (DB) ist im Juli auf einem niedrigen Niveau verharrt: Nur 52,6 Prozent aller Fernzüge erreichten ihr Ziel pünktlich. Damit blieb die Quote exakt so gering wie im Juni, wie vorläufige Daten des Unternehmens zeigen. Als pünktlich gilt ein ICE oder IC, wenn er weniger als sechs Minuten Verspätung hat.

Ursachen: Störungen, Bauarbeiten und extreme Hitze

Die Bahn nannte am Dienstag mehrere Gründe für die anhaltend schlechten Werte: eine Reihe kleinerer und größerer Infrastrukturstörungen, ein unvermindert hohes Bauvolumen sowie die Hitzewellen Ende Juni und Ende Juli. „Temperaturen von zeitweise mehr als 41 Grad belasteten die Verkehrsinfrastruktur erheblich“, erklärte das Unternehmen. Bei großer Hitze konnten demnach Instandhaltungsarbeiten teilweise nicht wie geplant durchgeführt werden und mussten verschoben werden.

Zusätzliche Einschränkungen ergaben sich durch eine Sabotage auf der Strecke Köln – Düsseldorf. Auch ein kurzfristig aufgetretener Brückenschaden in Nordrhein-Westfalen wirkte sich auf den Zugverkehr aus. Diese Faktoren summierten sich zu einem erheblichen Einfluss auf die Pünktlichkeit im Fernverkehr.

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Vergleich: Mai deutlich besser, Regionalverkehr stabil

Im Mai hatten noch 61,1 Prozent aller Fernzüge pünktlich ihr Ziel erreicht. Der Juli markiert damit eine deutliche Verschlechterung binnen weniger Wochen. Der Regionalverkehr schnitt im Juli deutlich besser ab: Laut Bahn lag die Pünktlichkeit dort bei 87,9 Prozent – eine Verbesserung gegenüber dem Juni.

Der historische Tiefpunkt der Pünktlichkeit im DB-Fernverkehr wurde im Oktober 2025 mit 51,5 Prozent erreicht. Im Durchschnitt des Jahres 2025 lag die Quote bei 60,1 Prozent. Die Bahn strebt langfristig eine Pünktlichkeitsquote von 80 Prozent im Fernverkehr an, doch laut ihrer Chefin Evelyn Palla wird dieses Ziel erst im Jahr 2035 erreicht.

Ausblick: Baustellen und Klimawandel als Dauerproblem

Die anhaltend hohe Zahl an Baustellen – einerseits notwendig für die Sanierung der maroden Infrastruktur, andererseits selbst ein Störfaktor – dürfte die Pünktlichkeit auch in den kommenden Monaten belasten. Hinzu kommen die Folgen des Klimawandels: Extreme Hitze, Stürme und Überschwemmungen setzen der Infrastruktur zunehmend zu und erschweren die Instandhaltung.

Die Deutsche Bahn steht damit vor der Herausforderung, ihre Pünktlichkeitsziele trotz widriger Umstände zu erreichen. Die Aussicht auf eine Quote von 80 Prozent erst 2035 zeigt, wie tief die Probleme im Schienennetz sind. Die kommenden Monate werden zeigen, ob sich die Lage zumindest stabilisiert oder ob weitere Negativrekorde folgen.

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