Die Deutsche Bahn (DB) hat ein bundesweites Alkoholkonsumverbot an allen 5400 Bahnhöfen angekündigt. Die Maßnahme tritt ab dem 15. Oktober in Kraft, wie das Unternehmen ntv bestätigte. Hintergrund ist eine eskalierte Ticketkontrolle in einem Regionalzug zwischen Offenburg und Karlsruhe, bei der ein offenbar stark alkoholisierter Fahrgast einen Bahnmitarbeiter angriff. Der Mitarbeiter stürzte aus dem fahrenden Zug nahe dem Bahnhof Ettlingen-Bruchhausen.
Bahnchefin Palla kündigt härteres Durchgreifen an
„Wir greifen jetzt noch härter durch“, sagte Bahnchefin Evelyn Palla der „Bild“-Zeitung. „Wir wollen mehr Ordnung und Sicherheit auf unseren Bahnhöfen und in unseren Zügen.“ Es gehe um den Schutz von Mitarbeitern und Reisenden. Bislang galt ein solches Verbot nur an rund 30 größeren Bahnhöfen, darunter Hamburg, Köln und München. Nun wird es auf das gesamte Netz ausgeweitet.
Verbot umfasst Konsum, nicht Mitführen
Das Verbot bezieht sich auf den direkten Konsum von Alkohol auf Bahnsteigen und in Bahnhofshallen. Der Ausschank in der Bahnhofsgastronomie sowie das Mitführen von verschlossenen Flaschen oder Einkäufen bleibt erlaubt. „Zu oft mussten wir feststellen, dass dort, wo zu viel Alkohol fließt, auch die Gewalt zunimmt. Zuletzt hat uns dies der brutale und sinnlose Angriff vom vergangenen Freitag gezeigt“, erklärte Palla.
Überwachung durch DB-Sicherheit und Bundespolizei
Die Einhaltung des Verbots wird von DB-Sicherheitskräften und der Bundespolizei überwacht. Wer beim unerlaubten Trinken erwischt wird, muss mit einem sofortigen Platzverweis rechnen. Im Wiederholungsfall kann ein dauerhaftes Hausverbot ausgesprochen werden. Die Deutsche Bahn wird ihr Hausrecht entsprechend anpassen.



