Der Oberste Gerichtshof der USA hat am Donnerstag zugunsten von Bayer entschieden und den milliardenschweren Rechtsstreit um das mutmaßliche Krebsrisiko des Unkrautvernichters Glyphosat entscheidend beeinflusst. Die Richter stellten fest, dass die Zulassungsvorgaben der US-Bundesbehörden Vorrang vor dem Recht einzelner Bundesstaaten haben. Damit entziehen sie Tausenden Klagen wegen angeblich unzureichender Krebs-Warnhinweise die Grundlage.
Supreme Court stärkt Bundesrecht
Bayer hatte argumentiert, dass die US-Umweltschutzbehörde EPA den Wirkstoff als nicht krebserregend einstuft und entsprechende Warnhinweise daher nicht zulässig seien. Der Supreme Court folgte dieser Argumentation und urteilte, dass Bundesrecht in diesem Fall staatliche Vorgaben überschreibt. Für Bayer ist dies ein Befreiungsschlag, da das Unternehmen seit Jahren mit einer Flut von Klagen konfrontiert ist.
Bayer plant Vergleichsregelung
Konzernchef Bill Anderson hat den Investoren versprochen, bis Ende 2026 die Risiken deutlich zu senken. Aktuell liegen dem Konzern rund 67.000 Klagen vor, die über einen außergerichtlichen Vergleich beigelegt werden sollen. Bayer stellt dafür die Summe von 7,25 Milliarden Dollar bereit. Das Management will unbedingt eine neue Welle an Glyphosat-Klagen von Amerikanern verhindern, die ihre Krebserkrankung auf die Verwendung des Unkrautvernichters zurückführen.
Übernahme von Monsanto als Auslöser
Der Leverkusener Konzern hat sich die Rechtsrisiken mit der 63 Milliarden Dollar schweren Übernahme des US-Saatgutkonzerns Monsanto im Jahr 2028 ins Haus geholt. Neben Glyphosat wird Bayer wegen der früheren Monsanto-Chemikalie PCB verklagt. Für die rechtlichen Auseinandersetzungen hat das Unternehmen seit 2019 bereits 24 Milliarden Euro aufgewendet, wie Berechnungen des Handelsblatts zeigen. Darin sind die eingeplanten Kosten für den neuen Vergleich eingeschlossen.
Auswirkungen auf Bayer-Aktie
Die Entscheidung des Supreme Court dürfte sich positiv auf die Bayer-Aktie auswirken, da sie die Rechtsunsicherheit reduziert. Analysten erwarten, dass Bayer nun schneller zu einer endgültigen Lösung des Glyphosat-Streits kommen kann. Das Urteil gilt als wichtiger Schritt, um die milliardenschweren Risiken zu begrenzen und das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen.



