Insolvenz bei Rackls Backstubn: 470 Jobs in Gefahr - Verkauf der 35 Filialen geplant
Bäckerei-Kette mit 35 Filialen soll verkauft werden

Bäckerei-Kette Rackls Backstubn in der Krise: Verkauf soll 470 Jobs retten

Für die 470 Mitarbeiter der traditionsreichen Bäckerei-Kette Rackls Backstubn könnte sich die Zukunft bald entscheiden. Im Zuge des Insolvenzverfahrens laufen derzeit intensive Verhandlungen mit potenziellen Interessenten für eine Übernahme des gesamten Unternehmens. Betroffen sind alle 35 Filialen der Kette, die seit 1889 als Familienbetrieb geführt wird und nun in vierter Generation vor einer ungewissen Zukunft steht.

Insolvenzverfahren und Verhandlungsstand

Das Amtsgericht München hatte bereits am 1. Dezember 2025 das Insolvenzverfahren für die Rackl-Gruppe eröffnet. Sanierungsexperte Tobias Sorg von dmp solutions erklärte dazu: „Es werden derzeit Gespräche mit verschiedenen Interessenten geführt. Wir gehen davon aus, dass es zu einer Lösung kommen wird.“ Das erklärte Ziel sei der Verkauf des gesamten Unternehmens, wobei eine endgültige Entscheidung noch ausstehe.

Sorg betonte weiter: „Da die daran beteiligten Parteien Stillschweigen vereinbart haben, kann ich keine weiteren Einzelheiten berichten.“ In dem laufenden Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung müsse die finale Entscheidung stets auch von der Gläubigerversammlung und dem eingesetzten Sachwalter getroffen werden. Oberste Priorität habe dabei der Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze.

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Branchenkrise und verändertes Kaufverhalten

Die allgemeine Wirtschaftskrise setzt der Bäckereibranche seit Jahren massiv zu. Aus Unternehmenskreisen wird deutlich, dass neben den anhaltenden Folgen der Corona-Pandemie besonders die stark gestiegenen Preise für Rohstoffe und Energie zu erheblichen Belastungen führen. Hinzu kommt ein grundlegend verändertes Kaufverhalten der Kunden: Immer mehr Verbraucher greifen lieber im Discounter zu Backwaren, da diese dort deutlich günstiger angeboten werden.

Diese Entwicklung spiegelt sich in der gesamten Branche wider. Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass auch die Bäckerei-Kette Kayser schließt. Parallel dazu hat die Bäckerei-Kette Neff in Baden-Württemberg Insolvenz angemeldet. Die traditionellen Bäckereien kämpfen somit an mehreren Fronten gegen wirtschaftliche Herausforderungen.

Betriebsfortführung und Unternehmensstruktur

Trotz der akuten Krise wird der Betrieb bei Rackls Backstubn vorerst aufrechterhalten – sowohl in den Filialen als auch im Liefergeschäft. Das Amtsgericht München hatte die Fortführung in Eigenverwaltung genehmigt, wodurch die Geschäftsführung die Kontrolle über das Unternehmen behält. Allerdings überwacht ein Sachwalter streng, ob alle gesetzlichen Vorgaben für Insolvenzverfahren eingehalten werden.

Geschäftsführer Xaver Rackl bekräftigte in einer aktuellen Stellungnahme: „Unser Ziel bleibt unverändert: Wir wollen Rackl zukunftsfähig aufstellen und die Arbeitsplätze langfristig sichern.“ Zur Unternehmensgruppe gehören neben der Rackls Backstubn GmbH & Co. KG auch die Gesellschaften Bäckerei Xaver Rackl GmbH und Konditorei Xaver Rackl GmbH. Bemerkenswert ist, dass das Liefergeschäft etwa 40 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht und somit eine zentrale Säule des Betriebs darstellt.

Die kommenden Wochen werden entscheidend sein für die Zukunft des Traditionsunternehmens und seiner 470 Beschäftigten. Während die Verhandlungen hinter verschlossenen Türen weiterlaufen, hoffen Mitarbeiter und Kunden gleichermaßen auf eine positive Lösung, die den Fortbestand der beliebten Bäckerei-Kette ermöglicht.

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